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2013-04-04

AFRIKA/ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK - Bischof von Bangassou: „Die Einwohner von Bangassou werden von bewaffneten Banditen terrorisiert“

Bangui (Fidesdienst) – „Ich wäre gerne bei meinen Gläubigen in diesem schwierigen Moment, doch ich kann Bangui nicht verlassen“, so Bischof Juan José Aguirre Munos von Bangassou, der sich derzeit in der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik aufhält. Im Land herrscht nach der Eroberung von Bangui durch die Rebellen und der Flucht des Präsidenten Francois Bozizé weiterhin Chaos. „Eine Gruppe bewaffneter Banditen, die sich als Mitglieder des Rebellen-Bündnisses Seleka ausgeben, treibt ihr Unwesen unter den Menschen in meiner Diözese“, so Bischof Aguirre. „In Rafai wurden die Menschen von Karfreitag bis Ostersonntag terrorisiert, dabei kam es auch zu Wohnungsplünderungen. Unter anderem wurden vier Fahrzeuge aus der örtlichen katholischen Mission gestohlen. Nun sind die Banditen nach Bangassou weiter gezogen, wo die Menschen in Angst und Schrecken leben.“
„Ich wäre gerne bei meinen Gläubigen“, so der Bischof weiter, „doch die Flugzeuge können Bangassou nicht anfliegen, weil es am dortigen Flughafen keinen Treibstoff gibt und die Flugzeuge nicht weiterfliegen könnten. Die Straßen nach Bangassou sind seit Dezember gesperrt. Demzufolge kann die Diözese auch nicht mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt werden. Die Beamten erhalten keine Gehälter, weil diese in Bangui ausgezahlt werden und deshalb können sie das Schulgeld für ihre Kinder nicht bezahlen, usw.“
„So lange die Sicherheitsbedingungen nicht wieder hergestellt werden wird sich keine Lösung finden“, so Bischof Aguirre, der betont: „Es ist für eine einheimische Bande heute einfach, sich als Seleka auszugeben und so weiß man nicht, wem man gegenüber steht, Rebellen oder Kriminelle“.
„Die Mitglieder der Seleka, die die Macht in Bangui übernommen haben, versuchen unterdessen die Ordnung wieder herzustellen. Doch auch in der Hauptstadt hört man die ganze Nacht hindurch die Schüsse der Maschinengewehre, der verschiedenen sich bekämpfenden Banden. Im Vergleich zu den ersten Tagen nach der Eroberung Bangui durch die Rebellen hat sich die Situation jedoch etwas verbessert. Wir hoffen, dass sich die Sicherheitslage bald wieder hergestellt wird“, so der Bischof abschließend. (LM) (Fidesdienst, 04/04/2013)

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