Asia
2013-02-07
ASIEN/PAKISTAN - Verdächtiger im Fall der vergewaltigten Minderjährigen in Kasur festgenommen
Kasur (Fidesdienst) – Im Verwaltungsbezirk Kasur (Provinz Punjab) wurde gestern im Zusammenhang mit der Vergewaltigung des 15jährigen christlichen Mädchens Fouzia Bibi (vgl. Fidesdienst vom 04/02/2013) ein Verdächtiger festgenommen. Es handelt sich um den Muslim Shabir Ali, während der zweite Tatverdächtige, Sher Mohammed, sich noch auf freiem Fuß befindet. Der Anwalt von Fouzia, Mushtaq Gill von der Nichtregierungsorganisation „Legal Evangelical Association Development“ (LEAD) bezeichnet die Festnahme im Gespräch dem Fidesdienst als „Fortschritt auf dem Weg zur Gerechtigkeit“ und hofft, dass „die Ermittlungen der Polizei auch bald zum Beginn eines Prozesses führen“. Die für Vergewaltigung und Folter vorgesehenen Strafen reichen von einer Haftstrafe von 25 Jahren bis zu lebenslanger Haft. Beim erstinstanzlichen Gericht in Pattoki (Kasur) reichten die Anwälte des Festgenommenen bereits gestern einen Antrag auf Freilassung gegen Kaution ein, der jedoch abgewiesen wurde. „Wir wünschen uns rasche und transparente gerichtliche Prozeduren, damit die Schuldigen bestraft werden“, so der Anwalt Mushtaq Gill, der dabei auch auf einen weiteren Aspekt hinweist: die Familien der beiden Verdächtigen, bei denen es sich um einflussreiche muslimische Familien handelt, könnten Druck auf die Familie von Fouzia ausüben und sie dazu bewegen, die Anzeige zurück zu nehmen-
In einer Verlautbarung, die dem Fidesdienst vorliegt, erinnert Malooka Masih, der Vater des Opfers, an frühere Fälle: „Vor einem Jahr hatten dieselben Personen die 16jährige Christin Shahna vergewaltigt und der Vater hatte keine Anzeige erstattet, weil er Angst hatte und den Schmerz fürchtete“. Auch die Angehörigen von Shahna arbeiten, wie die Verwandten von Fouzia als Arbeiter in landwirtschaftlichen Betrieben, die sich im Besitz reicher Muslime befinden.
„Wir von LEAD werden uns weiterhin mit Fällen der Vergewaltigung, der Entführung und der Zwangsbekehrung sowie mit ‚land grabbing’ und dem Missbrauch des Blasphemie-Paragraphen befassen, deren Opfer oft pakistanische Christen sind. Christen werden oft gedemütigt und als Bürger dritter Klasse behandelt“, so Mushtaq Gill abschließend. (PA) (Fidesdienst, 07/02/2013)
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