Asia
2013-02-06
ASIEN/SYRIEN - Armenische Flüchtlinge aus Syrien in Bergkarabach: Aserbaidschan protestiert
Jerewan (Fidesdienst) – Die Spannungen zwischen Armenien und Aserbaidschan vor dem Hintergrund des Streits um das Territorium Bergkarabach, einer seit Ende des Krieges im Jahr 1994 von Armenien kontrollierten Enklave im Gebiet Aserbaidschans. Wie das aserbaidschanische Verteidigungsministerium berichtet, wurden zwei Soldaten aus Aserbaidschan gestern in der Enklave von einem armenischen Heckenschützen getötet. Es wird eine Eskalation des Konflikts befürchtet, die auch mit der Ansiedlung armenischer Flüchtlinge aus Syrien in Bergkarabach einhergeht.
Wie aus Daten der Regierung hervorgeht, halten sich rund 6.000 armenische Flüchtlinge aus Syrien bereits in Armenien auf. Rund 100 Familien wurden in dem von Armenien kontrollierten Gebiet angesiedelt. Der Außenminister von Aserbaidschan protestierte offiziell gegen diese „Besetzung“ und wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es viele andere Orte gebe, an denen Flüchtlinge angesiedelt werden können und dass dies ein Versuch sein könnte, dass demographische Gleichgewicht in der umstrittenen Provinz zu verändern.
Der armenisch-katholische Erzbischof von Aleppo, Boutros Marayati betont gegenüber dem Fidesdienst: „Die Bergkarabach-Frage ist eine Angelegenheit zwischen Armenien und Aserbaidschan. Ich hoffe, dass syrische Flüchtlinge in dieser Angelegenheit nicht instrumentalisiert werden. Wir wissen, dass einige armenische Familien aus Syrien nach Armenien zurückgekehrt sind, wo sie vielleicht eine Wohnung haben und wo ihre Kinder die Universität besuchen. Diese Familien sind nach Jerewan umgezogen wo es auch eine kleine Schule für die Kinder syrischer Flüchtlinge gibt. Wir haben keinen direkten Kontakt zu den Familien, die sich in Bergkarabach aufhalten. Die meisten Armenier aus Aleppo sind hier geblieben und harren unter den schwierigen Bedingungen aus, unter denen wir alle leiden. Es ist zudem schwierig die Stadt zu verlassen: es gibt keine Flüge, der Flughafen ist geschlossen und Autofahrten sind gefährlich“. (PA) (Fidesdienst, 06/02/2013)
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