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Asia

2013-01-21

ASIEN/JORDANIEN - Bischof Lahham: Kirche betet für alle Kandidaten, unterstützt aber keine einzelne Kandidatur

Amman (Fidesdienst) – Die katholische Kirche in Jordanien, betet für die Kandidaten, unterstützt aber keine einzelne Kandidatur. Dies betont Erzbischof Maroun Lahham, Patriarchalvikar für Jordanien des lateinischen Patriarchats Jerusalem im Gespräch mit dem Fidesdienst zur Haltung der Kirche mit Blick auf die Parlamentswahl am 23. Januar. „Der Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal“, so der Erzbischof, „wandte sich bereits mit einer offiziellen Botschaft an die Christen und forderte diese zu Wahlbeteiligung auf. Auch ich persönlich werde meine Stimme abgeben. In den vergangenen Tagen haben uns verschiedene Kandidaten, darunter auch Muslime, besucht. Alle haben wir unseres Gebets versichert und allen haben wir unseren Segen erteilt. Doch die Kirche macht keine Werbung für einzelne Kandidaten“.
Insgesamt 2,3 Millionen jordanische Bürger sind wahlberechtigt. Um eine Stimme für die insgesamt 150 Sitze der unteren Kammer des Parlaments bewerben sich 1.425 Kandidaten, darunter 191 Frauen. Neun der Sitze sind christlichen Kandidaten vorbehalten.
Die Wahl wird von der oppositionellen Front der islamischen Aktion, die mit den Muslimbrüdern in Verbindung steht, boykottiert. Unter den Kandidaten befinden sich zahlreiche Befürworter der Monarchie und Geschäftsleute. Nach Ansicht des Erzbischofs „erwartet man vom neuen Parlament, dass es in der Lage sein wird, die Reformen auf den Weg zu bringen, die das Land braucht“. Der Erzbischof hält es für wichtig, dass der Premierminister erstmals von den Kandidaten ernannt wird, die die Mehrheit erreichen und nicht mehr wie bisher vom König. Auch die ernsthafte Bekämpfung des Stimmenkaufs ist nach Ansicht von Erzbischof Lahham ein positives Signal.
Unterdessen sollten nach Ansicht des Erzbischofs bei einer Einschätzung im Hinblick auf eine mögliche politische Entwicklung einige Aspekte berücksichtigt werden: „Das wichtigste Kriterium für die politische Zustimmung“, so der Erzbischof, „bleibt weiterhin die Stammeszugehörigkeit. Man gibt demjenigen Kandidaten die Stimme, der aus der eigenen Volksgruppe kommt. Die Dynamik der Klans und Familien bleibt sehr einflussreich. Auch heute berichten die Zeitungen zum Beispiel von einer Kandidaten, die von ihrem Mann zur Scheidung gezwungen wurde, nachdem sie es abgelehnt hatte, ihre Kandidatur zurückzuziehen um einen Kandidaten aus seiner Familie zu begünstigen“. (GV) (Fidesdienst, 21/01/2013)

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