ASIEN/CHINA - Bischof Chen Shizhong gestorben: während der Zeit der Zwangsarbeit vergab er seinen Feinden

Dienstag, 8 Januar 2013

Yibin (Fidesdienst) - Am 16. Dezember starb im Alter von 95 Jahren Bischof Johannes Chen Shizhong von Yibin (Sufu) in der chinesischen Provinz Sichuan. Der Bischof wurde 1917 als Sohn einer katholischen Familie geboren. Im Alter von zehn Jahren trat er in das Kleine Seminar in Yibin ein und studierte später Philosophie und Theologie am Seminar der Verkündigung. 1947 wurde er zum Priester geweiht. Danach arbeitete er zunächst als Gemeindepfarrer. Während der 50er Jahre und der Kulturrevolution wurde er inhaftiert und später zu Zwangsarbeit in der Landwirtschaft verurteilt. Wie er erst vor kurzem einem Gläubigen anvertraute wurde ihm während dieser Zeit die Gnade zuteil, seinen Feinden vergeben zu können.
1985 wurde er zum Bischof geweiht und 1988 zum Rektor des Regionalseminars in Sichuan ernannt. Im Jahr darauf musste er aus gesundheitlichen Gründen von diesem Amt zurücktreten. Als Bischof von Yibin leitete er dieses Bistum jedoch über 20 Jahre lang. Am 30. November 2011 weihte er bereits schwer erkrankt Peter Luo Xuegang zum Koadjutor der Diözese Yibin.
Bischof Johannes Chen Shizhong ist vor allem für seinen Einsatz für die Ausbildung von Priestern und Ordensschwestern bekannt. Ihm ist es zu verdanken, dass in den 80er und 90er Jahren die Berufungen zum Priesteramt und zum Ordensleben in der ganzen Provinz anstiegen. Er weihte persönlich über 30 Priester und garantierte damit das Überleben und die Entwicklung Chinas in einer Region, die von einem strengen Maoismus gekennzeichnet war und wo die Verfolgungen während der zeit der Kulturrevolution das Leben der Gesellschaft und der Kirche kennzeichneten.
Das Requiem für Bischof Chen fand unter Vorsitz von Bischof Luo Xuegang am 18. Dezember in der Kathedrale von Yibin statt. Unter den Anwesenden waren zahlreiche Priester und Ordensschwestern sowie Gläubige aus dem ganzen Bistum. Bischof Chen wurde auf dem katholischen Friedhof in der Nähe des Seminars begraben. Die Diözese Yibin hat 9 Priester, 7 Ordensschwestern und 40.000 Katholiken. (Fidesdienst, 08/01/2013)


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