ASIEN/PAKISTAN - Bilanz der Justitia-et-Pax-Kommission: neun Kultstätten im Jahr 2012 verwüstet

Freitag, 21 Dezember 2012

Lahore (Fidesdienst) – Insgesamt neuen Kultstätten wurden im Laufe des Jahres 2012 in Pakistan verwüstet oder geplündert. Dabei handelt es sich um sich fünf christlicher Kirchen, drei hinduistische Tempel und die Moschee der islamischen Ahmadi-Sekte, d.h. um Kultstätten religiöser Minderheiten. Dies ist ein Anzeichen für eine besorgniserregende Tendenz der Gewalt gegen Minderheiten in Pakistan. Die bischöfliche Kommission für Gerechtigkeit und Frieden dokumentiert diese Daten in einer Verlautbarung, die dem Fidesdienst vorliegt und betont dabei, dass 27 Kultstätten religiöser Minderheiten in den vergangenen Jahren Gegenstand vandalischer Handlungen waren. Die Kommission dokumentiert auch Fälle von Beschlagnahme von Grundstücken, die für Kultstätten bestimmt waren und Morde an Personen, die sich für den Bau von Kultstätten einsetzten.
Im Jahr 2012 wurden drei Kirchen in Sindh, eine in Mardan und eine in Faisalabad angegriffen, die verwüsteten Hindu-Tempel befinden sich in Karachi und Peschawar, während ei Moschee der Ahmadi in Kharian (Punjab) demoliert wurde. Die Verantwortlich der Attentate wurden mit Ausnahme der Moschee bisher „nicht identifiziert“.
Ursprung der Gewalt ist nach Ansicht der bischöflichen Kommission „eine Mischung aus schlechter Regierungsführung, Komplizenschaft und Angst. Obschon die Verfassung des Landes die Minderheiten schützt und ihnen gleiche Rechte garantiert, ist die Strafverfolgung oft mangelhaft, wenn es sich um Übergriffe auf Kultstätten von Minderheiten handelt.“
Nach Aussage von Peter Jacob, Leiter der Justitia-et-Pax-Kommission könnten die Übergriffe auf Minderheiten nur durch ein spezifisches Gesetz über „Gewalt gegen Minderheiten“ beendet werden, wie dies bereits zum Schutz von Frauen existiert. „Dies wäre der einzig richtige Weg“, so Jacob. (PA) (Fidesdienst, 21/12/2012)


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