ASIEN/PAKISTAN - Im Fall des in Untersuchungshaft gestorbenen jungen Muslims unternimmt die Familie keine weiteren gerichtlichen Schritte

Dienstag, 4 Dezember 2012

Lahore (Fidesdienst) – In der Kleinstadt Nankana Sahib wurde gestern der 22jährige Muslim Nadeem Yousuf beigesetzt, der aus bisher noch ungeklärten Gründen während der Untersuchungshaft starb, nachdem er wegen angeblicher Blasphemie festgenommen worden war (vgl. Fidesdienst vom 03/12/2012). Mohammed Yousuf, der Vater von Nadeem, will auf weitere gerichtliche Schritte verzichten, obschon er der Überzeugung ist, dass sein Sohn sich nicht der Blasphemie schuldig gemacht hat.
Der Anwalt Mushtaq Gill, der den Fall in direktem Kontakt mit der Familie des Opfers betreut, bestätigt unterdessen im Gespräch mit dem Fidesdienst, dass es sich bei dem Verstorbenen um einen Muslim und Sohn einer muslimischen Familie handelt und nicht wie fälschlicherweise von der pakistanischen Presse berichtet um einen Christen. Die Beisetzungsfeier in Nankana Sahib wurde nach islamischem Ritus abgehalten. Wie aus Informationen hervorgeht, litt der junge Mann unter einer geistigen Behinderung und war drogenabhängig. Er soll Koranseiten zerrissen haben, wobei jedoch vermutet wird, dass diese Anklage falsch war. Die polizeilichen Ermittlungen waren noch nicht abgeschlossen.
Der katholische Anwalt betont gegenüber dem Fidesdienst: „Die falsche Anklage gegen den jungen Muslim Nadeem ist ein weiterer Beweis dafür, dass der Blasphemieparagraph alle pakistanischen Bürger betrifft, unabhängig von der Religion. Statistiken belegen, dass es sich bei den Opfern in der Mehrheit um Muslime handelt“. (PA) (Fidesdienst, 04/12/2012)


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