AFRIKA/DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO - Dramatische Lage in Masisi: Bürger leiden unter gewaltsamen Übergriffen bewaffneter Gruppen und befürchten den Einmarsch der M23

Mittwoch, 28 November 2012

Kinshasa (Fidesdienst) – „Die Einwohnern von Masisi befürchten den bevorstehenden Einmarsch der Rebellen der Gruppe M23 und leiden bereits unter den Folgen der gewaltsamen Übergriffe anderer bewaffneter Gruppen, die in der Region aktiv sind“, heißt es in einer Verlautbarung des Büros des Jesuit Refugee Service (JRS) für die Region der Großen Seen.
Der Distrikt Masisi befindet sich in rund 100 Kilometer Entfernung von Goma, der Hauptstadt des Nordkivu, die in den vergangenen Tagen von den Rebellen der M23 besetzt wurde. Wie aus Presseberichten hervorgeht, wird die Rebellenbewegung ihre Soldaten am heutigen 28. November ihrer Soldaten aus Goma zurückziehen. „Wir haben unsere Wohnungen verlassen und konnten nicht einmal Lebensmittel mitnehmen. Wir haben allein mit dem Ziel der eigenen Sicherheit in den Wäldern Zuflucht gesucht. Und wir wissen nicht, wenn wir in unsere Wohnungen zurückkehren“, so ein Einwohner von Masisi, der sein Haus am 25. November infolge von Gefechten zwischen der kongolesischen Armee und den Kriegern der Mai-Mai-Milizen verlassen musste.
„Nachdem die ersten Schüsse gefallen waren, haben wir gesehen wie Menschenmassen aus Masisi flohen. Zu Beginn haben viele in unserer Pfarrei Zuflucht gesucht, doch von dort aus machten sich viele auf den Weg nach Nyabiondo. Man konnte in ihren Augen die Angst sehen“, so ein Mitarbeiter des JRS in Masisi.
Viele Binnenflüchtlinge fanden Zuflucht im benachbarten Aufnahmelager in Bukombo, wo sie in Schulräumen untergebracht wurden. „wir haben nicht zu essen und nichts zu trinken. Vor allem Frauen und Kinder sind traumatisiert. Und wir wissen nicht, wann es für uns endlich Frieden geben wird. Heute fliehen wir vor den Mai-Mai, morgen werden es vielleicht die M23 sein“, so ein Flüchtling.
Trotz der Zuspitzung der Krise im Nordkivu hatten das JRS bisher die eigenen Aktivitäten in der Region fortgesetzt, nach den jüngsten Ereignissen, mussten die Hilfsprogramme jedoch vorüber gehend unterbrochen werden. (LM) (Fidesdienst, 28/11/2012)


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