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Asia

2012-11-16

ASIEN/PHILIPPINEN - Katholische Pastoralarbeiterin auf den von „Abu Sayyaf“ kontrollierten Inseln ermordet

Bongao (Fidesdienst) – Die 62jährige Katholikin und Pastoralarbeiterin Conchita Francisco wurde von noch nicht identifizierten Tätern auf vor der katholischen Kathedrale in Bongao in der südphilippinischen Provinz Tawi-Tawi erschossen, die von der Terrorgruppe „Abu Sayyaf“ kontrolliert wird. Dies bestätigt P. Eliseo Mercado von den Oblaten von der Makellosen Jungfrau Maria (OMI) im Gespräch mit dem Fidesdienst. Conchita Francisco hatte im Anschluss an den Gottesdienst in der Kathedrale das Rosenkranzgebet geleitet.
Wie Katholiken aus der katholischen Gemeinde in der vorwiegend von Muslimen bewohnten Region berichten, stehen die Menschen unter Schock. Der Apostolische Vikar von Jolo, Bischof Angelito Lampon (omi) verurteilt den Mord, „durch den die Gemeinde eine authentische Zeugin des Evangeliums verloren hat. Der Apostolische Vikar stand am gestrigen 15. November dem Requiem für Conchita Francisco vor. Die Katholikin, die in der Gemeinde sehr engagiert war, hatte bereits vor zehn Jahren ihren Mann durch einen Mord verloren. Sie war Rektorin einer Schule auf dem Campus der „Mindanao State University“ und nach Angaben von Beobachtern könnte ihre Arbeit in der Bildungseinrichtung zu den Tatmotiven gehören. Die polizeilichen Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.
P. Mercado erinnert unterdessen an zwei weitere Morde im Campus von Marawi (Mindanao), wo am 25. Oktober Professor Cobal und sein Assistent der erst 24jährige Erwin Diaz gewaltsam ums Leben kamen. „Die Schuldigen sind frei und bedrohen weiterhin straflos unschuldige Menschen“, so der Missionar zum Fidesdienst. Die Region sei zu einem „Labor des Verbrechens geworden“, weshalb verschiedene Dozenten bereits den Schutz der Regierung forderten.
Der Jesuitenpater Alberto Alejo (sj) der in Zamoanga City lebt und arbeitet erklärt gegenüber dem Fidesdienst: „Die Gewalt ist auf Mindanao und auf den Sulu-Inseln weit verbreitet. Die Provinz Tawi-Tawi ist von Soldaten belagert und es sind viele Waffen auch unter den Zivilisten im Umlauf. Gewalt und Morde können auf verschiedene Motive zurückgeführt werden“. Immer wieder komme es zu Spannungen: „Die Moro National Liberation Front (MNLF), die in der Region sehr stark ist, hat zum Beispiel die vor kurzem von ‚Moro Islamic Front’(MILF) Friedensvereinbarungen mit der Regierung nicht unterzeichnet unterzeichneten, was zu weiterer Spannung führt“, so der Jesuitenpater abschließend. (PA) (Fidesdienst, 16/11/2012)

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