Africa
2012-11-14
AFRIKA/NIGERIA - Nigeria verliert jährlich Erdöleinnahmen in Höhe von 7 Milliarden Dollar durch Diebstahl
Abuja (Fidesdienst) – Nigeria verliert jährlich rund 7 Milliarden Dollar an Einnahmen aus der Erdölförderung durch Diebstähle in Förderanlagen oder entlang der Ölpipelines. Sies geht aus einem Bericht der International Energy Agency (IEA) hervor, die nach der Erdölkrise im Jahr 1973 geschaffen wurde und die Energiepolitik von insgesamt 28 Mitgliedsstaaten. In dem Bericht wird dokumentiert, dass Nigeria durch das so genannte „oil bunkering“ etwa 150.000 Barrels pro Tag durch Diebstahl verloren gehen.
Die IEA bestätigt auch einen Rückgang der nigerianischen Erdölproduktion im Oktober dieses Jahres im Vergleich zu den vorhergehenden Monaten, die damit „auf das tiefste Niveau seit zweieinhalb Jahren sank. Grund dafür seien sowohl Diebstähle als auch Überschwemmungen in den Gebieten, in denen Erdöl gefördert wird. Die Erdöldiebstähle werden von organisierten Verbrecherbanden verübt, die das Rohöl auf dem Schwarzmarkt verkaufen. Durch das Anbohren von Ölleitungen kommt es oft zu Unfällen und Explosionen, bei denen Menschen sterben oder verletzt werden.
Nigeria ist der größte Erdölproduzent in Afrika, aber auch ein Land, wo schlechte Verwaltung und Korruption dazu führen, dass ein Großteil der Einwohner nicht von den Erdölgewinnen profotieren. Der Erdölsektor wird auch durch Verzögerungen bei der Billigung des „Petroleum Industry Bill (PIB)“ beeinträchtigt, die dazu führten, dass ausländische Investoren in Erwartung der neuen Gesetzgebung zunächst keine weiteren Investitionen tätigen. Bleiben Investitionen in neue Anlagen und Technologien aus, könnte es nach Ansicht von Experten zu einer Stagnation für den Sektor kommen.
Die nigerianischen Bischöfe prangern immer wieder Verschwendungen und schlechte Verwaltung im Erdölsektor an und beklagen dabei, dass die Gewinne aus dem Erdölgeschäft nicht zum Wohl der Nigerianer genutzt werden (vgl. 13/11/2006, 28/12/2006 und 16/01/2012). (LM) (Fidesdienst, 14/11/2012)
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