ASIEN/SYRIEN - Epidemiegefahr: erste Pestfälle in Homs

Dienstag, 13 November 2012

Homs (Fidesdienst) – In Homs ist die Gesundheit der Menschen ernsthaft gefährdet: es wurden erste Fälle der Beulenpest registriert. Dies teilen 20 christliche Zivilisten mit, die in der Nähe des Jesuitenklosters in der Altstadt von Homs leben. Verschiedene Stadtteile im Zentrum von Homs, darunter die Stadtviertel Khalydye, Hamidiye und Bustan Diwan, sind seit der Evakuierung der Zivilisten in den vergangenen Monaten infolge der Gefechte zwischen den Rebellen und der syrischen Armee menschenleer. Wie Beobachter dem Fidesdienst mitteilen, sollen derzeit noch rund 80 Personen in verschiedenen Gebäuden leben, die ihre Wohnungen trotz der großen Gefahr nicht verlassen wollten. Darunter befinden sich auch zwanzig Christen, die in der Nähe des Jesuitenklosters Al Moukhalless wohnen, wo nur noch ein einziger Jesuitenpater zurückgeblieben ist. Diese Christen, darunter auch ein Apotheker, warnen nun vor der Gesundheitsgefahr: die unter den Trümmern verschütteten Leichen, Staub und Schmutz sowie zahlreiche Straßentiere verbreiten Infektionen, von denen Tiere und Menschen betroffen sind, so dass der Ausbruch einer Pest-Epidemie nicht ausgeschlossen ist.
In den vergangen Tagen konnte ein Team aus Mitarbeitern des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds nach Verhandlungen mit den Konfliktparteien die Menschen in der Altstadt von Homs mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgen. Die beiden Hilfswerke äußerten sich besorgt über die Umstände, unter denen die Menschen hier leben. Im Gespräch mit dem Fidesdienst betont Rabab Al-Rifai vom Team des Roten Kreuzes in Syrien: „Unser Besuch in Homs war der erste genehmigte Besuch einer humanitären Delegation seit Monaten. Wir durften uns nur wenige Stunden dort aufhalten, doch wir haben Verletzte, Alte und kranke Menschen gesehen, die dringend Hilfe brauchen. Wir konnten Hilfsmittel und Medikamente an etwa hundert Zivilsten im Stadtteil Hamidiye verteilen, doch wir konnten keine sorgfältigen ärztlichen Untersuchungen vornehmen. Es ist jedoch offensichtlich, dass sich die humanitäre Notlage zuspitzt.“ Von den insgesamt 33 Stadtteilen von Homs werden derzeit von den Rebellen die Stadtviertel Khalydye, Bustan Diwan, Hamidiye, Salibi, Warcheh, Bab Houd, Bab Dreib, Jouret Shiyah kontrolliert. (PA) (Fidesdienst, 13/11/2012)


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