ASIEN/LIBANON - Kardinal Robert Sarah trifft Präsident Suleiman und den orthodoxen Patriarchen von Antiochia: mehr Verbundenheit zwischen den Kirchen in schwierigen Zeiten

Donnerstag, 8 November 2012

Baalbek (Fidesdienst) – Der Besuch von Kardinal Robert Sarah „verläuft sehr erfreulich. Neben dem vorgesehenen Programm kommt es auch überraschenden und unerwarteten Begegnungen, wie zum Beispiel mit dem orthodoxen Patriarchen von Antiochia, Ignatius IV. Hazim“, so der Leiter von Caritas Libanon, Prälat Simon Faddoul, zum Fidesdienst in einem zusammenfassenden Kommentar zum ersten Tag des Besuchs des Präsidenten des Päpstlichen Rates „Cor Unum“ im Libanon, den der Papst als Sondergesandten in den Nahen Osten schickte, um die Verbundenheit des Heiligen Stuhls und der Weltkirche mit der vom Konflikt hart geprüften syrischen Bevölkerung zum Ausdruck zu bringen.
Am gestrigen 7. November stattete der Kardinal dem libanesischen Staatsoberhaupt, dem maronitischen Katholiken, Michel Suleiman einen Höflichkeitsbesuch ab. Danach begegnete er der Synode der maroniitschen Bischöfe, an deren monatlichem Treffen er teilnahm, und besuchte den armenisch katholischen Patriarchen Neres Bedros XIX. Tarmouni. Schließlich kam es überraschend auch zur Begegnung mit dem orthodoxen Patriarchen, der vor 91 Jahren in einem syrischen Dorf in der Nähe von Homs geboren wurde. „Die Residenz des Patriarchen befindet sich in Damaskus“, so Msgr. Faddoul weiter, „Ich habe erst in diesen Tagen erfahren, dass er sich derzeit zu ärztlichen Untersuchungen im Libanon aufhält und mit dem Apostolischen Nuntius, Erzbischof Gabriele Caccia gesprochen, denn Kardinal Sarah wollte den orthodoxen Patriarchen im Krankenhaus besuchen. Es war eine sehr innige Begegnung zwischen zwei Kirchenmännern. Der Patriarch dankte dem Kardinal und damit auch dem Papst von Herzen für diese Initiative und bat um engere Verbundenheit und Zusammenarbeit zwischen den Kirchen in diesen schwierigen Zeiten“.
Heute besucht Kardinal Baalbek im Beqa-Tal im Nordosten des Libanon, wo sich ein Großteil der syrischen Flüchtlinge aufhält. In der örtlichen Caritas-Zentrale wird der Kardinal bei der Verteilung von Hilfsgütern an Flüchtlinge anwesend sein. Am Nachmittag wird er ein Flüchtlingscamp in der Nähe der syrischen Grenze besuchen und dort Gelegenheit haben, mit den Flüchtlingen zu sprechen. Morgen wird er in den Räumlichkeiten der Caritas in Beirut an einem Treffen mit Vertretern von rund zwanzig katholischen Hilfswerken teilnehmen, die im Libanon, in Syrien, in Jordanien, in der Türkei und im Irak aktiv sind. Dabei sollen die humanitären Hilfen der katholischen Kirche in der Region koordiniert werden. Außerdem steht die Prüfung von Projekten auf dem Programm, die mit einer Spende in Höhe von 1 Million Dollar finanziert werden soll, die Papst Benedikt XVI. durch den Kardinal für Hilfsprogramme zugunsten der syrischen Bevölkerung zur Verfügung stellt. (GV) (Fidesdienst, 08/11/2012)


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