Asia
2012-11-06
ASIEN/PAKISTAN - Brandanschlag auf muslimische Mädchenschule: pakistanische Muslime „verlieren oft den Verstand“ wegen angeblicher Blasphemie
Lahore (Fidesdienst) – „Es ist schockierend, dass die ‚Farooqi Girls High School’ in Lahore komplett von den Flammen zerstört wurde, nur weil ein Lehrer der Blasphemie beschuldigt wurde. Niemand sollte es erlaubt sein, auf Selbstjustiz zurückzugreifen“, so P. James Channan vom „Peace Center“ der Dominikaner in Lahore zum Fidesdienst. Aufgebrachte Muslime hatten am vergangenen 2. November einen Brandanschlag auf das muslimische Mädchengymnasium in Lahore verübt.
„Die Schule war 34 Jahre alt und wurde von einem Muslim gegründet, der sich damit insbesondere für die Bildung von Mädchen einsetzen wollte“, so P. Channan weiter, „Die Schule wurde derzeit von über 8.000 Mädchen besucht, für die der Unterricht nun auffallen wird. Diese Art von Vandalismus und Gewalt zeigt, dass pakistanische Muslime bereit sind, im Namen der Religion und wegen der angeblichen Beleidigung des Propheten Gewalt zu verüben“. Allein auf der Grundlage von Gerüchten „verlieren viele pakistanische Muslime den Verstand und werden gewaltbereit und Personen, Einrichtung und oder wie in diesem Falle ein Schule werden Opfer der Flammen“, so der Leiter des „Peace Center“, das sich insbesondere für den interreligiösen Dialog einsetzt. All dies verstoße gegen das geltende Recht: „Es ist bedauernswert, dass gewisse pakistanische Muslime gegen das Gesetz verstoßen und den umstrittenen Blasphemie-Paragraphen selbst in die Hand nehmen und alles vernichten, was sich ihnen in den Weg stellt: Abgeordnete, Schulen, Wohnungen, Einrichtungen, Bibliotheken und Kultstätten. Dieser zeugt von einer kranken Mentalität. Wenn es zu solchen Vorfällen kommt, sollten die Behörden eingreifen, niemand sollte zur Selbstjustiz greifen dürfen“.
Der katholische Geistliche fordert deshalb von der pakistanischen Regierung „ernsthafte Ermittlungen im Zusammenhang mit dieser Tat von Vandalen, die gegen das Gesetz verstößt. Die Eigentümer und das Personal müssen Gerechtigkeit erfahren und solche brutalen Taten sollten sich in Zukunft nicht wiederholen dürfen“. (PA) (Fidesdienst, 06/11/2012)
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