AFRIKA/DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO - Über 30 bewaffnete Gruppen in Osten des Landes: „Die Schwäche des Staates begünstigt deren Ausbreitung“

Freitag, 19 Oktober 2012

Kinshasa (Fidesdienst) – Über 30 bewaffnete Gruppen sind in den östlichen Provinzen der Demokratischen Republik Kongo und insbesondere im Nordkivu tätig. Dies geht aus dem Bericht der UN-Mission (MONUSCO) hervor. Die meisten dieser bewaffneten Gruppen haben nur wenige hundert Mitglieder, während in den Reihen der FDLR, die größte der dort agierenden Gruppen, rund 3.000 Soldaten kämpfen. Diese Gruppen verbünden sich abwechselnd mit der kongolesischen Armee und deren derzeitigem Gegner, der Gruppe M23, die sich aus Deserteuren der regulären Streitkräfte zusammensetzt, von der der UN-Bericht dokumentiert, dass sie von den Regierungen Ruandas und Ugandas unterstützt wird.
„Das große Augenmerk der internationalen Staatengemeinschaft für die Bewegung M23 lenkt von der komplexen Realität im Nordkivu ab“, so Beobachter zum Fidesdienst. Nach Ansicht des Beobachters geht die derzeitige Instabilität auf den 20. März 1993 zurück „als in Ndoto in der Region Walikale sich das Volk der Nyanga mit dem Volk der Hunde zusammenschloss, um auf die Provokation der Tutsi und der Hutu zu reagieren: die Machtkompetenz der traditionellen Häuptlinge wurde in Frage gestellt, es wurde eine ruandische Flagge auf kongolesischen Boden gehisst. Dieser krieg breitete sich wie ein Feuer im Wald aus und der Brandherd dehnte sich bis in die Region Masisi aus“.
„Die Situation, mit der wir uns heute im Nordkivu und insbesondere in Rutshuru und Masisi konfrontiert sehen, ist eine Fortsetzung dieses Krieges und der nachfolgenden Konflikte“, so der Beobachter weiter. „Mit der zeit und den sich ändernden Umständen, dem Konflikt zwischen den Hutu und den Tutsi auf der einen Seite und den Hunde-Nyanga auf der anderen Seite, wurden andere Forderungen laut und, da es in unserem Staat nie eine gute Regierungsführung gab, bleibt der Osten der Demokratischen Republik Kongo eine Schwachstelle des Landes und der gesamten Region der Großen Seen in Afrika“. Die fehlende Stärke des Staates, der die Sicherheit aller Bürger garantieren und die wirtschaftliche Entwicklung auf den Weg bringen könnte begünstigt im Zusammenspiel mit dem Einfluss ausländischer Interessen die Ausbreitung von bewaffneten Gruppen, die um die Kontrolle über die Bodenschätze kämpfen.
„Es handelt sich nicht um ethnische Konflikte. Alle Komponenten der Gesellschaft wissen, dass es im Kongo keine zivilen Autoritäten gibt und sie sagen dies auch. Mit anderen Worten ist die Macht nicht geschützt und wo dies geschieht, nimmt sich jeder, was er bekommt“, so der Beobachter abschließend. (LM) (Fidesdienst, 19/10/2012)


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