VATIKAN - Generalsekretär des Päpstlichen Werkes für die Glaubensverbreitung: „Die Menschen müssen im Herzen die Notwendigkeit und die Dringlichkeit der Evangelisierung Ad Gentes bejahen“

Dienstag, 16 Oktober 2012

Vatikanstadt (Fidesdienst) – Die Feier des Weltmissionssonntags erhält in diesem Jahr eine ganz besondere Bedeutung. Der 50. Jahrestag des Beginns des Zweiten Vatikanischen Konzils, die Eröffnung des Jahres des Glaubens und die Bischofssynode zum Thema der Neuevangelisierung tragen dazu bei, den Willen der Kirche zu bekräftigen, sich mutiger und eifriger in der missio ad gentes zu engagieren, damit das Evangelium bis an die äußersten Enden der Erde gelangt. Das Ökumenische Konzil war eine Pfingsterfahrung, denn es nahmen Bischöfe aus allen Teilen der Erde teil, die leuchtendes Beispiel der Universalität der Kirche waren. Missionsbischöfe ließen zusammen mit Hirten aus den Gemeinden, die unter nichtchristlichen Völkern leben, das Bild von einer Kirche entstehen, die immer und auf allen Kontinenten präsent ist. Es waren damals rund 600 Bischöfe aus Missionsgebieten anwesend, beseelt von der Leidenschaft für die Verbreitung des Reiches Gottes. Heute gibt es rund 1.100 Missionsdiözesen und dies zeigt, wie sehr die Kirche in den vergangenen 50 Jahren gewachsen ist. Das Päpstliche Werk für die Glaubensverbreitung hat auf beachtliche Weise zur Entstehung dieser Diözesen beigetragen und sich stets dafür eingesetzt, dass die Menschen in ihrem Herze die Notwendigkeit und die Dringlichkeit der Evangelisierung Ad Gentes bejahen.
Mission ist kein Werk, das im Belieben der Kirche steht - Diese Sichtweise hat heute keineswegs ihre Kraft eingebüßt, sondern sie ist in diesem Jahr des Glaubens von besonderer Aktualität. Zudem hat der Papst eine Bischofssynode zum Thema der Neuevangelisierung einberufen in seiner Botschaft zum Sonntag der Weltmission betont der Papst, dass die Verantwortung für die Verkündigung des Evangeliums in allen Teilen der Welt vor allem bei den Bischöfen liegt. Sie sind für die Evangelisierung in der Welt sowohl als Mitglieder dies Episkopats als auch als Hirten der Ortskirchen direkt verantwortlich. Die Sendung der Verkündigung des Evangeliums beschränkt sich für einen Hirten nicht auf die pastorale Fürsorge, sondern sie betrifft alle Aktivitäten der Ortskirche in allen ihren Aspekten, d.h. ihr ganzes Wesen. Die Botschaft dieses Jahres ist sehr explizit und betont: „die Mission ist kein Werk, das im Belieben der Kirche steht“.
Die Mission ad gentes muss der bleibende Horizont und das Paradigma jeder kirchlichen Aktivität sein – Die Sorge um die Verkündigung des Evangeliums steht nicht am Rande der kirchlichen Tätigkeit und des persönlichen Lebens der Getauften. Wir sollen uns bewusst sein, dass wir Empfänger und gleichsam Missionare des Evangeliums sind. Dies erfordert eine regelmäßige Prüfung unseres persönlichen Engagements unseres Lebensstils, unserer Pastoralpläne und der Organisation unserer Diözesen. insbesondere in unserer sich ständig verändernden Welt, denn „auch heute muß die Mission ad gentes der bleibende Horizont und das Paradigma jeder kirchlichen Aktivität sein. Denn die Identität der Kirche selbst besteht im Glauben an das Geheimnis Gottes, der sich in Christus offenbart hat, um uns das Heil zu bringen, sowie in der Sendung, den Herrn zu bezeugen und der Welt zu verkünden, bis er wiederkommt“ (Papstbotschaft 2012).
Jahr des Glaubens – „Wir müssen also denselben apostolischen Eifer wieder erlangen, der die ersten christlichen Gemeinschaften beseelte, die, obwohl klein und schutzlos, in der Lage waren, durch ihre Verkündigung und ihr Zeugnis das Evangelium in der ganzen damals bekannten Welt zu verbreiten“ (Papstbotschaft 2012). Das Jahr des Glaubens und die Bischofssynode sollen die missionarische Zusammenarbeit und das missionarische Handeln im Kontext der heutigen Zeit neu beleben. Die Menschheit braucht katholische Missionare und wir dürfen nicht zulassen, dass eine Glaubenskrise zum Hindernis für die Verkündigung des Evangeliums wird. Der glaube an einen liebenden Gott ist Mittelpunkt unseres missionarischen Handelns, und „der Glaube ist aber ein Geschenk, das uns gegeben wird, damit wir es teilen; er ist ein Talent, das wir empfangen haben, damit es Frucht bringt; er ist ein Licht, das nicht verborgen bleiben darf, sondern das ganze Haus erleuchten soll“ (Papstbotschaft 2012).
Persönliches Engagement und Begegnung mit dem Auferstandenen – Papst Benedikt XVI. hebt die Bedeutung der persönlichen Begegnung hervor und der Sonntag der Weltmission bietet uns die Möglichkeit uns mit unserem Glauben zu befassen, die Kraft des Glaubens in unsere Gemeinde zu erkennen, damit wir die Frohbotschaft verkünden, die für die Menschen bestimmt ist, denn „die Begegnung mit Christus als lebendiger Person, die den Durst des Herzens stillt, weckt unweigerlich den Wunsch, die Freude über diese Gegenwart mit anderen zu teilen und ihn bekannt zu machen, daß alle diese Freude erfahren können“ (Papstbotschaft 2012). Persönlich dankt der Papst allen, die einen Beitrag leisten und schreibt in seiner Botschaft: „ich möchte auch an die Päpstlichen Missionswerke als Werkzeug zur Mitarbeit an der universalen Sendung der Kirche in der Welt erinnern und ihnen danken. Durch ihr Wirken wird die Verkündigung des Evangeliums auch Hilfe für den Nächsten, Gerechtigkeit gegenüber den Armen, Bildungsmöglichkeit in abgelegenen Dörfern, medizinische Versorgung an entlegenen Orten, Befreiung aus Armut und Elend, Eingliederung der Ausgegrenzten, Entwicklungshilfe für die Völker, Überwindung von ethnischen Spaltungen, Achtung des Lebens in allen seinen Phasen.“ Die Feier des Weltmissionssonntags ist im Jahr des Glaubens ein weiteres Zeichen der Gnade des Herrn.
P. Timothy Lehane Barrett (svd), Generalsekretär des Päpstlichen Werkes für die Glaubensverbreitung. (Fidesdienst, 16/10/2012)


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