AMERIKA/BOLIVIEN - Weihbischof von El Beni: „Trotz vieler Konflikte und großer Armut besitzen die Einwohner viele menschliche Qualitäten“

Mittwoch, 10 Oktober 2012

Rom (Fidesdienst) – Priestermangel und fehlende finanzielle Ressourcen kennzeichnen die Realität im Apostolischen Vikariat El Beni (Bolivien). „Ich bin seit sieben Jahren hier und habe zunächst als Gemeindepfarrer und dann als Weihbischof an der Seite von Bischof Elias Montoya gearbeitet“, so der Weihbischof des Apostolischen Vikariats El Beni, Roberto Bordi Catinari (ofm) im Gespräch mit dem Fidesdienst.
„An erster Stelle möchte ich über die Menschen in diesem Vikariat sprechen“, so Bischof Bordi, „sie sind sehr herzlich und haben trotz zahlreicher Konflikte und extremer Armut viele menschliche Qualitäten. Das Vikariat ist groß und hat eine Ausdehnung von 153.000 qkm mit 250.000 Einwohnern, bei denen es sich fast ausschließlich um Indios handelt. Die Region ist für die Missionsarbeit unter geographischen Gesichtspunkten sehr schwierig. Zuerst kamen die Jesuiten in die Region. Nach ihrer Ausweisung und einer Zeit, in der Weltpriester hier tätig waren, kamen die Franziskaner. Wir sind seit etwa einem Jahrhundert hier, doch wir sind sehr wenige: 20 Priester, 8 Diözeseanpriester und 12 Franziskaner. Dies ist der Grund weshalb wir immer noch ein Apostolisches Vikariat sind. Es gibt hier auch 60 Ordensschwestern, die unserer finanziellen Unterstützung bedürfen.“
Zur Gestaltung der Missionstätigkeit sagt Bischof Bordi: „Ein großes Problem ist die Armut. Die Mittelschicht verdient wenig und noch schlimmer ist die Situation der Unterschicht. Religiöse Sekten wollen Menschen mit Geld locken und nutzen dabei ihre Armut aus. Trotz allem stellt das Apostolische Vikariat medizinische Dienste bereit. Außerdem befinden sich in Trägerschaft der Kirche Schulen, Tafeln, Kindergärten, ein Altersheim. Viele können sich vielleicht nicht vorstellen, wie die Missionsarbeit hier konkret aussieht: wenn es regnet, ist alles überschwemmt und viele Straßen werden tagelang gesperrt, so dass viele Orte nur über Wasserwege erreichbar sind. Trotz allem setzen wir auch unter solchen Bedingungen unseren Dienst an den Menschen fort.“ (CE) (Fidesdienst, 10/10/2012)


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