ASIEN/PAKISTAN - Religionsvertreter: „Blasphemiegesetz muss dringend geändert werden“

Montag, 8 Oktober 2012

Lahore (Fidesdienst) – „Es darf keinen Konflikt der Kulturen geben, weil eine Einzelperson etwas Unrechtes getan hat. Wenn jemand den Koran beleidigt oder in westlichen Ländern oder Amerika für eine kriminelle Handlung verantwortlich ist, dann dürfen dafür nicht die Christen in Pakistan verantwortlich gemacht werden. Die Weltreligionen müssen überall geachtet werden“, so christliche und muslimische Religionsvertreter bei einer Konferenz des „Nationalen Rates für Interreligiösen Dialog“ in Lahore. In einer Botschaft, die am Rande der Veranstaltung veröffentlicht wurde erklärt der Franziskanerpater Francis Nadeem (Ofm Cap), der die Aktivitäten des Rates koordiniert: „Jedes mal, wenn eine Einzelperson in westlichen Ländern oder Amerika eine islamfeindliche Geste ausübt, werden Christen in Pakistan dafür verantwortlich gemacht. Ein pakistanischer Christ, denkt nicht im Entferntesten an eine solche Geste“. Der Ordensmann erinnert an die Fälle, in denen Christen der Blasphemie angeklagt werden und sagt: „In diesen Fällen handelt es sich oft um falsche Anschuldigungen, denen persönliche Streitigkeiten zugrunde liegen“. Deshalb fordert er eine „Verbesserung bei der Anwendung des Gesetzes“, damit Missbrauch verhindert werden kann. „Wenn so etwas passiert, dann sollte man nachdenken, bevor jemand der Blasphemie angeklagt wird. Es ist wichtig, damit Situationen vermieden werden, die das Leben und das Eigentum von Christen in Pakistan schädigen“, so P. Nadeem weiter.
Im Rahmen der Veranstaltung verurteilten die Teilnehmer (darunter Christen, Muslime, Hindus, Sikh und Parsi) die Beschädigung der St. Pauls-Kirche und die Schändung der Bibel in Mardan und bitten um „gegenseitigen Respekt zwischen Muslimen und Christen und Respekt für alle Kultstätten“. Unter den muslimischen Unterzeichnern der Botschaft sind der Mufti Syed Hussein Ashiq, Qari Muhammad Zawar Bahadur, Pir Akhtar Rasool und Vertreter verschiedener muslimische Gruppierungen darunter Allama Naeem Badshah (Salafist), Quaid Ahl-e-Hadis und Allama Muhammad Mumtaz Awan (Deobandi). Alle Teilnehmer fordern im Zusammenhang mit der Verurteilung der Attacke auf die Kirche in Mardan einstimmig die Festnahme der Schuldigen und deren Bestrafung auf der Grundlage der geltenden Gesetze des Landes. (PA-FN) (Fidesdienst, 08/10/2012)


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