ASIEN/INDIEN - Christliche Konfessionen laden zum Beten und Fasten gegen antichristliche Gewalt ein

Dienstag, 2 Oktober 2012

New Delhi (Fidesdienst) – Christliche Gemeinden der verschiedenen Konfessionen laden am heutigen 2. Oktober in ganz Indien zu einem Tag des Betens und Fastens ein, mit dem sie „um Gewaltlosigkeit und den Segen des Herrn für unser Land“ bitten wollen. Wie einheimischen Gemeinden und Verbände dem Fidesdienst berichten wollen die Christen mit ihrer Aktion die eigene Ablehnung gegen jede Art der Gewalt zum Ausdruck bringen und fordern „Wahrheit, Gerechtigkeit und Transparenz, eine ethisch motivierte und ehrliche Regierung, unabhängige Richter, die Achtung der Prinzipien des Rechtsstaats und der Rechte der Frauen, Entwicklungsprogramme für Arme und die Aussöhnung zwischen Glaubensgemeinschaften und Katen“.
In einer Verlautbarung der „Evangelical Fellowship of India“ wird daran erinnert, dass indische Christen nach den jüngsten Episoden der Gewalt erschüttert sind. Am 24. September lösten in Krutamgarh (Kandhamal, Orissa) 12 extremistische Hindus ein Gebetstreffen auf und schlugen den Pastor zusammen, der schwer verletzt wurde.
In Orissa erinnern die christlichen Gemeinden auch an das noch unaufgeklärte Verschwinden und den mysteriösen Tod des baptistischen Pastors Nirakand Pradhan (48) aus Kandhamal. Vor einem Jahr wurde Pradhan von der örtlichen Polizei vorgeladen und kehrte danach nie mehr nach Hause zurück. Der Pastor wurde offiziell am 6. Oktober 2011 festgenommen. Im Mai 2012 erhielten seine Angehörigen die Mitteilung, dass der Pastor im Gefängnis infolge einer Krankheit gestorben war. Bei der Autopsie wurden Anzeichen für Erdrosselung und Folter festgestellt.
In den vergangenen Tagen hatten hinduistische Extremisten verschiedene Anschläge auf Christen in Uttar Pradesh verübt, die sie der Praxis der Zwangsbekehrung beschuldigten. Dabei wurde die Eheschließung zweier Christen verhindert, da „diese aus verschiedenen Kasten stammen“. Im Staat Chhattisgarh nahm die Polizei den Pastor Anand Nirala fest, der nach Angaben radikaler Hindus ebenfalls Zwangsbekehrungen vorgenommen haben soll. Dabei soll er auch hinduistische Göttlichkeiten verunglimpft und den sozialen Frieden gestört haben. (PA) (Fidesdienst, 02/10/2012)


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