ASIEN/SYRIEN - Interreligiöse Feier anlässlich der Freilassung der Geiseln

Mittwoch, 26 September 2012

Rableh (Fidesdienst) – Anlässlich der Freilassung von insgesamt 240 Geiseln (nicht wie am Vortag berichtet 280, Anm. d. Red.) aus dem Dorf Rableh in der Region Homs an der Grenze zum Libanon versammelten sich die Dorfbewohner zu einer interreligiösen Feier. Da es sich bei den von den Apfelplantagen entführten Arbeitern vorwiegend um griechisch-katholische Gläubige handelte (vgl. Fidesdienst vom 25/09/2012) läuteten zur Feier des Tages die Glocken der christlichen Kirchen. Der Freilassung waren nach Berichten einheimischer Beobachter Verhandlungen mit den einheimischen Familienoberhäuptern vorausgegangen, dies sich in der Bürgerinitiative „Mussalaha“ zusammenschließen. Dabei stand vor allem „die Vermeidung eines Bruderkrieges und eine konfessionellen Krieges im Mittelpunkt.“ Der Erfolg der Verhandlungen gipfelte in der Freilassung der Zivilisten. Einige Entführer aus den Reihen der Opposition sollen sogar beschlossen haben, sich der interkonfessionellen Volksbewegung für Versöhnung anzuschließen, die sich um eine Aussöhnung unter der syrischen Bevölkerung vor dem Hintergrund des besonderen ethnischen und religiösen Mosaiks zu bemühen.
An der interreligiösen Feier der Dorfbewohner nahmen alle Familienoberhäupter und hunderte Betroffen und ihre Angehörigen sowie christliche und muslimische Religionsvertreter teil. Bei der Feier wurde auch an die Worte von Papst Benedikt XVI. erinnert, der als „spirituelles Oberhaupt, für Syrien den Weg der Aussöhnung aufzeigt.“
Der griechisch-katholische Priester Bakhos feierte in seiner Kirche in Rableh einen Danksagungsgottesdienst, bei dem er daran erinnerte, dass „aus dem Bösen auch etwas Gutes entstehen kann“. Gegenüber dem Fidesdienst bezeichnete den Ausgang der Entführung als „große Erleichterung für die Region“. Er hoffe, dass „diese Dynamik der Aussöhnung auch auf das Dorf Qasayr übergreifen wird“. Rableh wird seit Monaten von verschiedenen bewaffneten Banden belagert. Der positive Ausgang der Geiselnahme könnte „ein ermutigendes Signal der Aussöhnung unter den Zivilisten in der gemarterten Region Homs sein“. (PA) (Fidesdienst, 26/09/2012)


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