ASIEN/PAKISTAN - Prozess gegen Rimsha: Rimsha wird nicht im Gerichtssaal anwesend sein; Blasphemiegesetzt ist ein „Stachel im Fleisch des Landes“

Donnerstag, 13 September 2012

Islamabad (Fidesdienst) – Die wegen Blasphemie angeklagte und gegen Kaution freigelassene Rimsha Masih wird bei der für den morgigen 14. September vorgesehenen Anhörung vor Gericht nicht anwesend sein. Dies bestätigt der Anwalt des christlichen Mädchens, Tahir Naveed Chaudry, von der „All Pakistan Minorities Alliance“. Nach geltendem Gesetz, so der Anwalt sei ein gegen Kaution freigelassener Angeklagter nur zur Anwesenheit verpflichtet, wenn dies der Staatsanwalt ausdrücklich verlangt und der Richter es veranlasst. Dies ist im Fall Rimsha nicht geschehen. Chaudry erklärt er sei „zuversichtlich, da es keine Beweise gegen Rimsha gibt“. Doch bei ein „endgültiger Freispruch ergeht wird es noch einige Zeit dauern“.
Der seit 34 Jahren in Pakistan tätige Missionar vom heiligen Kolumban, P. Robert Mc Culloch, betont im Gespräch mit dem Fidesdienst: „Der Fall Rimsha war nützlich: es könnte sein, dass damit in Zukunft keine weiteren Fälle des Missbrauchs des Blasphemie-Paragraphen stattfinden, denn dieses Gesetz ist ein Stachel im Fleisch des Landes. Die Regierung wird sich bei ähnlichen Fällen in Zukunft auf den Fall Rimsha berufen können“. „Der pakistanische Präsident Ali Zardari“, so P. Mc Culloch, „hat versprochen dass er sich für die Vorbeugung gegen den Missbrauch durch die Polizei und die Justiz einsetzen wird, wenn es um die Anwendung des Blasphemieparagraphen geht. Der Fall Rimsha hat damit eine wichtige Entwicklung angestoßen, denn dieser offensichtliche Missbrauch hat alle Blicke auf sich gezogen. Institutionen, Vertreter der muslimischen Glaubensgemeinschaft und die ganze Gesellschaft haben dies verurteilt.“
„Nun“, so der Missionar, „wird der Fall Rimsha, der für das betroffene Mädchen leider sehr tragisch war, dazu beitragen dass es künftig keinen Missbrauch mehr gibt. Man wird sich gemeinsam mit den Institutionen dafür einsetzen müssen, dass das Gesetz nicht mehr instrumentalisiert wird, denn es ist gegen den ursprünglichen Geist des Landes und des Landesvaters Ali Jinnah, der sich ein Pakistan wünschte, in dem ein harmonisches Zusammenleben möglich ist. Dieses Gesetz wurde von einem Diktator geschaffen und ist ganz offensichtlich ungerecht. Es schadet dem Image des Landes auf internationaler Ebene und deshalb wäre eine Änderung im Interesse aller“. (PA) (Fidesdienst, 13/09/2012)


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