AFRIKA/MALI - Staatspräsident bittet um Eingreifen von CEDEAO-Einheiten: sie sollen den Norden zurückerobern und die Institutionen schützen

Mittwoch, 5 September 2012

Bamako (Fidesdienst) – Der in Mali amtierende „Interims“-Präsident Dioncounda Traoré bitte die Wirtschaftsgemeinschaft der Westafrikanischen Staaten (CEDEAO) um die Entsendung von militärischen Einheiten, die die staatliche Armee bei der Rückeroberung des Nordens unterstützen sollen, der seit Monaten von Rebellegruppen besetzt wird. Außerdem sollen CEDEAO-Einheiten zum Schutz der staatlichen Institutionen eingesetzt werden. „Es ist noch nicht sicher, ob man dieser Bitte nachkommt und ob die Initiative im Vorfeld mit Vertretern des Militärs abgesprochen wurde“, so der Generalsekretär der Bischofskonferenz von Mali, Pfarrer Edmond Dembele, zum Fidesdienst.
„Die Frage war in den vergangenen Wochen von der Regierung und den Militärs diskutiert worden“, so Pfarrer Dembele, „Die Militärs lehnten bisher den Einsatz von CEDEAO-Einheiten zum Schutz der Institutionen ab. Die Militärkommandos befürworten ein solches Eingreifen nur zur Rückeroberung des Nordens.“.
Im März dieses Jahres wurde der Staatspräsident in Mali durch einen Staatsstreich gestürzt. Erst auf internationalen Druck ließ die Militärjunta die Einsetzung provisorischer Institutionen bis zur Durchführung von Neuwahlen zu: „Die Bitte des Präsidenten umfasst ein weiteres Mal auch den Schutz der Institutionen. Wir wissen nicht, ob dieser Schritt des Präsidenten mit der Armee abgesprochen wurde oder ob es sich um einen Alleingang des Präsidenten handelt. Mit Sicherheit wird die Armee jedoch die Unterstützung ausländischer Einheiten bei der Rückeroberung des Nordens befürworten“, so Pfarrer Dembele abschließend. (LM) (Fidesdienst, 05/09/2012)


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