AFRIKA/SÜDSUDAN - Botschaft der Bischöfe zum ersten Jahrestag der Unabhängigkeit: „Sudan und Südsudan sollen in Frieden leben“

Montag, 9 Juli 2012

Juba (Fidesdienst) – „Die Beziehungen zwischen der Regierung des Sudan und des Südsudan haben sich verschlechtert und dieses Niveau ist nicht akzeptierbar. Wir lehnen den Krieg als Option für die Lösung von Streitigkeiten ab und appellieren an alle beteiligten Parteien mit der Bitte um die Achtung der Waffenruhe und Rückzug der Einheiten aus den Grenzgebieten“, so Erzbischof Paulino Lukudu Loro von Juba und Erzbischof Daniel Deng Bul von der Episkopalen Kirche des Sudan in einer gemeinsamen Botschaft zum ersten Jahrestag der Unabhängigkeit am heutigen 9. Juli.
Die beiden christlichen Religionsführer beurteilen die Entwicklung im vergangenen Jahr allgemein als positiv, bedauern aber die Zuspitzung in de Beziehungen zwischen den beiden Staaten und die Konflikte zwischen verschiedenen Stämmen im Südsudan, sowie die Bürgerkriege in verschiednen Teilen der Region, darunter Darfur und Südkordofan.
In ihrer gemeinsamen Botschaft erinnern die Bischöfe auch an die ungelöste Situation der erdölreichen Region Abyei: „Das Protokoll zum Comprensive Peace Agreement zu Abyei, sieht eine Lösung des Problems durch ein Referendum vor“. Spannungen zwischen dem Sudan und dem Südsudan haben die Erdölexporte aus dem Südsudan über sudanesisches Territorium blockiert, was der Wirtschaft in beiden Ländern schadet. „Das Erdöl ist eine Ressource, die Gott uns schenkt und sollte zum Wohl beider Länder beitragen“, so die Bischöfe. „Wir fordern deshalb Vereinbarungen, die auf internationalem Recht basieren, was den Transport von Rohöl anbelangt“, so die Bischöfe weiter, die bedauern, dass „der Preisanstieg zum Mangel an lebensnotwendigen Gütern, einschließlich des Treibstoffs führt, was den normalen Bürgern den Alltag erschwert.“
Nach der Unabhängigkeit wurden viele Bürger, die ursprünglich aus dem neuen Staat stammen, von der Regierung in Khartum ausgewiesen. Auch daran erinnern die Bischöfe in ihrer Botschaft, in der sie sich auch besorgt im Hinblick auf übergriffe gegen christliche Einrichtungen im Sudan äußeren.
Was den Südsudan anbelangt, erinnern die Bischöfe ebenfalls an die im vergangenen Jahr gemachten Fortschritte, betonen dabei aber auch, dass es im neuen Staat schwerwiegende Probleme gebe, darunter Korruption und ethnische Spannungen, sowie Probleme mit einigen Nachbarstaaten. (LM) (Fidesdienst, 09/07/2012)


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