AFRIKA/KENIA - Bischofskoadjutor von Garissa: „Wir bemühen uns um mehr Zusammenarbeit mit den Muslimen“

Mittwoch, 4 Juli 2012

Nairobi (Fidesdienst) – „Die Situation hat sich beruhigt. Sowohl Christen als auch Muslime verurteilen die Attentate. Beide Seiten betonten, dass es sich nicht um einen Religionskrieg handelt und die Anschläge auf die beiden Kirchen vermutlich als Reaktion auf die Präsenz von Soldaten aus Kenia in Somalia zu betrachten sind“, so der Bischofskoadjutor von Garissa, Joseph Alessandro, zum Fidesdienst. Am 1. Juli wurden in Garissa Attentate auf zwei christliche Kirchen, darunter auch die katholische Kathedrale, verübt (vgl. Fidesdienst vom 02/07/2012).
„Gestern fand ein Treffen der zivilen und religiösen Autoritäten der Region statt, bei dem wir auch als katholische Kirche vertreten waren“, so Bischof Alessandro, der hinzufügt: „Bischof Paul Darmanin wird die Situation auch bei einem weiteren Treffen mit den Priestern und Ordensleute der Diözese erörtern. Ziel ist es, weitere Hilfen für muslimische Gemeinden zur Verfügung zu stellen, um zu zeigen, dass wir nichts gegen diese Gemeinden haben. Bereits jetzt verteilen wir Lebensmittel unter muslimischen Familien, die sich infolge der Hungersnot in Schwierigkeiten befinden“.
Die einheimische Presse in Kenia berichtet unterdessen von der angeblichen Festnahme einiger Personen, die an dem zweifachen Attentat gegen Kirchen in Garissa beteiligt gewesen sein sollen. „Wir haben noch keine genauen Informationen im Hinblick auf Personen, die an den Attentaten beteiligt waren“, so Bischof Alessandro. „Man weiß nicht, ob es sich bei den Attentätern um Ausländer oder Einheimische handelt. Es trifft auf jeden Fall zu, dass es in Kenia Sympathisanten der Shabaab-Milizen gibt. Auf der anderen Seite leben hier auch Menschen somalischer Abstammung, weshalb es nicht immer einfach ist, zwischen Einheimischen und Ausländern zu unterscheiden“, so Bischof Alessandro abschließend. (LM) (Fidesdienst, 04/07/2012)


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