AMERIKA/BRASILIEN - Brasilianische Bischöfe: „Wir müssen mutig Methoden und Beschlüsse revidieren, die Arme zum Elend verurteilen“

Donnerstag, 21 Juni 2012

Rio de Janeiro (Fidesdienst) – „Die Brasilianische Bischofskonferenz (CNBB) erwartet von der Konferenz Rio +20 weiteres Engagement für den Aufbau eines ‚alternative, ganzheitlichen und solidarischen Entwicklungsmodells, das auf einer Ethik basiert, die die Verantwortlichkeit für eine authentische natürliche und menschliche Ökologie umfasst, die auf dem Evangelium der Gerechtigkeit, der Solidarität und der universalen Bestimmung der Güter basiert und die utilitaristische und individualistische Logik überwindet, die wirtschaftliche und technologische Macht nicht an ethischen Kriterien ausrichtet’ (vgl. V. Generalkonferenz der Bischöfe Lateinamerikas und der Karibik, Schlussdokument von Aparecida, Nr. 474c)“.
Mit Bezug auf das Dokument von Aparecida äußern sich die Bischöfe von Brasilien zur Konferenz Rio +20, die derzeit in Rio de Janeiro tagt. In ihrer Botschaft betonen die Bischöfe, dass bereits im Jahr 2007 in Aparecida darauf hingewiesen wurde, dass „die Beziehung des Menschen zur Umwelt neu überdacht werden muss, da der Umweltschutz oft dem wirtschaftlichen Fortschritt untergeordnet wird“. Es sei die Pflicht aller, ins besonderer derer die für die Nationen Verantwortung tragen, den heutigen und den künftigen Generationen ein gemeinsames Haus zu garantieren: der „Planet Erde“ müsse erhalten werden und dürfe nicht der Verwüstung zum Opfer fallen. Dieses Ziel könne man erreichen, wenn „die wirtschaftliche Entwicklung der sozialen Gerechtigkeit und dem Respekt für den Menschen, die Natur und die Völker untergeordnet wird.“ Deshalb sollten die Regierenden „mutig und entschlossen Methoden und Beschlüsse revidieren, die im Laufe der Zeit dazu geführt haben, dass arme Menschen ausgeschlossen und zu Elend und Tod verurteilt wurden.“
Die katholische Kirche erinnert in Brasilien immer wieder, insbesondere im Rahmen der Kampagne der Brüderlichkeit an „die Umweltverschmutzung, die durch eine von einem konsumistischen Lebensstil geprägte ausbeuterische Entwicklung verursacht wird“. „Unter den Auswirkungen leiden vor allem arme Menschen und Randgruppen“, heißt es in der Botschaft der Bischöfe, die betonen: „Es ist unsere Pflicht, dass wir uns nu einem neuer und ethischen Beziehung zur Umwelt erziehen“.
„Christen sind in besonderer Weise berufen …sich für den Erhalt der Umwelt einzusetzen und am Aufbau einer gerechten und ökologisch nachhaltigen Gesellschaft mitzuwirken“, so die Brasilianische Bischofskonferenz abschließend. (CE) (Fidesdienst, 21/06/2012)


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