AMERIKA/GUATEMALA - Kardinal Quezada gestorben: er war Hauptakteur des Dialogs zwischen Regierung und Guerilla

Mittwoch, 6 Juni 2012

Guatemala City (Fidesdienst) –Im Alter von 80 Jahren starb am 4. Juni der emeritierte Erzbischof von Guatemala City, Kardinal Rodolfo Quezada Toruno. Viele erinnern ihn als engagierten Hauptakteur des Dialogs zwischen Regierung und Guerillakämpfern. Dieser Dialog mündete in der Unterzeichnung des historischen „Acuerdo de Paz“ (vgl. Fidesdienst vom 04/01/2012) mit dem 1996 ein 36jähriger interner Konflikt zu Ende ging, dem 250.000 zum Opfer gefallen waren, die entweder ums Leben kamen oder bis heute vermisst werden.
In einem Interview mit der Tageszeitung „La prensa“ erinnerte der Kardinal daran, dass er sich kurz nach seiner Ernennung zum Weihbischof von Zcapa (1972) an die Behörden wandte und um die Freilassung von Gefangenen bat. „In dieser Zeit war die Kirche auch Opfer der Gewalt“, so der Kardinal, „es wurden 13 Priester und 400 Katechisten ermordet. Meiner Ansicht war das Motiv dafür, dass die Kirche in Guatemala sich auf die Seite der Armen stellte und als die Unterdrückung begann, nicht schweigen wollte“. „Der Friedensvertrag beschränkte sich nicht auf die Beendigung der Gewalt“, so der Kardinal weiter, „sondern es ging um die öffentliche Verpflichtung der Regierung und der revolutionären Kräfte zur Umsetzung von Maßnahmen, die die Gründe des Konflikts beseitigen sollten: dazu gehörte die Anerkennung der Rechte der Indios, die Verbesserung des Bildungssystems, die Entmilitarisierung der Sicherheitskräfte und anders“.
Papst Benedikt XVI. erinnerte in seinem Beileidstelegramm zum Tod von Kardinal Toruno an den „engagierten und großherzigen Dienst“ des Kardinals. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz von Guatemala, Bischof Rodolfo Vanelzuela Nunez von Verapaz, betonte in der Beileidsbekundung im Namen aller Bischöfe: „Er war eine wichtige Figur für unser Land und dies nicht nur für die Kirche sondern auch für die Politik und die Gesellschaft“. (CE) (Fidesdienst, 06/06/2012)


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