AFRIKA/LIBYEN - Beobachter: „Milizen streiten sich um die von Gaddafi hinterlassenen Gelder“

Mittwoch, 9 Mai 2012

Tripolis (Fidesdienst) – „Der Überfall auf das Regierungsgebäude wurde nicht von den Yafran-Milizen verübt, sondern von den Zeltan-Milizen“, so ein Beobachter aus Tripolis in Libyen zum Fidesdienst, wo am 8. Mai Milizionäre in das Regierungsgebäude eingedrungen waren und die Auszahlung der Gehälter forderten, die ihnen für den Kampf gegen Gaddafi und dessen versprochen worden waren. Rund 200 Milizionäre waren mit 50 Fahrzeugen und mit Waffen verschiedenen Kalibers ausgerüstet vor das Regierungsgebäude gefahren und hatten dieses umzingelt und die Zufahrtsstraßen gesperrt und nachdem zunächst Warnschüsse abgegeben worden waren, drangen sie in das Gebäude ein. Den Sicherheitskräften gelang es jedoch den Angriff abzuwehren und die Ordnung wieder herzustellen. Bei dem Schusswechsel wurde mindestens ein Mensch getötet, mehrere wurden verletzt.
Wie der Beobachter im Gespräch mit dem Fidesdienst betont, muss diese Episode in den Kontext des Streits „um die enormen Hinterlassenschaften Gaddafis eingeordnet werden. Jeder will seinen Teil abbekommen. Dies ist auch der Grund für die Probleme bei der Stabilisierung des Landes“. „Bei libyschen Banken gibt es noch zahlreiche Konten, die auf den Namen Gaddafi laufen“, so der Beobachter weiter, „und die Bankdirektoren werden dazu aufgefordert, diese Gelder auf andere Konten zu überweisen“. „Zudem sind unglaubliche Mengen von Bargeld und Gold vorhanden, denn die ‚Schätze’ des alten Regimes waren in der Wüste vergraben und allen versuchen und sich dieser Hinterlassenschaften zu bemächtigen“. (LM) (Fidesdienst, 09/05/2012)


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