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Oceania

2012-05-09

OZEANIEN/PAPUA NEUGUINEA - Verteilung von Kondomen an staatlichen Schulen: Bischofskonferenz ruft katholische Schulen zur „Gewissensverweigerung“ auf

Rabaul (Fidesdienst) – In den katholischen Schulen in Papua Neuguinea sollen Schüler im Fach Sexualkunde nicht zur Benutzung von Kondomen angeregt werden und es sollen trotz eines entsprechenden Beschlusses der Regierung keine Präservative an Schüler verteilt werden: dies betont die Bischofskonferenz, die in einer Verlautbarung, die dem Fidesdienst vorliegt, eine „Gewissensverweigerung“ gegen den Beschluss des Bildungsministeriums ankündigt. Aufgrund eines Beschlusses des Bildungsministeriums sollen an weiterführenden Schulen künftig Kondome an die Schüler verteilt werden. Die Entscheidung wurde im Rahmen einer Politik der Aidsbekämpfung getroffen, die auch Gegenstand der Sexualkunde an den Schulen des Landes sein soll.
„Obschon wir das Dokument des Bildungsministeriums in vielen Punkten begrüßen“, so die Bischöfe im Anschluss an ihre jüngste Versammlung, „darf man uns nicht zwingen, eine Politik umzusetzen, die mit unserer Erziehungsphilosophie nicht vereinbar ist“. Dies betont der stellvertretende Vorsitzende der bischöflichen Kommission für das katholische Bildungswesen, Erzbischof Francesco Panfilo von Rabaul, der in diesem Zusammenhang betont, dass die Kirche auch bereit sei, gerichtliche Schritte zu unternehmen, sollte der Staat die Entscheidung der Bischofskonferenz nicht akzeptieren.
Die katholische Kirche, so der Erzbischof, betrachte die Verteilung von Kondomen als falsches Signal an die Schüler: es ermutige sie zu einem Verhalten sexueller Freiheit vor und außerhalb der Ehe, was vielmehr die Verbreitung von Aids und HIV begünstige. „Wenn eine Schule Stifte und Bücher an Studenten verteilt, dann heißt die Botschaft unmissverständlich: ihr sollt lernen! Doch wenn man Präservative verteilt, dann lautet die Botschaft an die Studenten: fühlt euch frei, das zu tun, was ihr wollt!“, so James Ume, Rektor einer „La Salle“-Schule. Dies sei ein Aufruf zu unverantwortlichem Verhalten.
Nach Ansicht des Bildungsministeriums ist eine Kontrolle des Sexualverhaltens von Schülern nicht möglich. Da die HIV/Aids-Rate auch unter Schülern in den vergangenen Jahren jedoch stetig steigt, soll die Benutzung von Kondomen die Ansteckungsgefahr reduzieren.
Die katholische Kirche betont hingegen, dass die jeweiligen Schulen über die Lehrpläne für Sexualkunde und Aidsbekämpfung entscheiden sollten, wobei sie auch die Mitarbeit der Eltern der Schüler in Betracht ziehen sollten. Die Politik, so P. Paul Jennigs vom „St. Joseph International College“ in Boroko, „sollte mehr dafür tun, dass Lehrer und Eltern zusammenarbeiten“ und weniger Vorschriften bei der Erziehung der eigenen Kinder machen. (PA) (Fidesdienst, 09/05/2012)

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