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America

2012-05-08

AMERIKA/BRASILIEN - Bericht der Kommission für Landseelsorge: weniger Tote mehr Gewalt in ländlichen Gebieten

Rio de Janeiro (Fidesdienst) – Die Zahl der Toten, die in den ländlichen Gebieten bei Konflikten starben, ging von 34 im Jahr 2010 auf 29 im Jahr 2011 zurück, doch die Gewalt hat in den ländlichen Regionen allgemein zugenommen. Dies geht aus dem Bericht der Kommission für Landseelsorge (CTP) der Brasilianischen Bischofskonferenz hervor, der dem Fidesdienst vorliegt. Der Bericht mit dem Titel „Konflikte in ländlichen Gebieten Brasiliens“ dokumentiert, dass die Zahl der Morde infolge von Streitigkeiten um Landbesitz, Wasser oder wegen Zwangsarbeit seit 2003 um ein bedeutendes Maß zurückgingen. Damals kamen insgesamt 73 Menschen bei Konflikten gewaltsam ums Leben.
Trotz der rückläufigen Zahlen bei den Morden stieg die Zahl der Konflikte insgesamt von 1.186 (2010) auf 1.363 (2011) an. „Die Zahl der Streitigkeiten im Zusammenhang mit Landbesitz stieg von 853 im Jahr 2010 auf 1.035 im Jahr 2011, d.h. um 21,3%; um 177,6% stieg die Zahl der Bauern, die Morddrohungen erhielten (von 125 auf 347)“, heißt es in dem Bericht wörtlich. Konflikte im Zusammenhang mit Versklavung am Arbeitsplatz stiegen von 204 (2010) auf 230 (2011), während Streitigkeiten um den Zugang zu Wasser von 87 auf 68 zurückgingen. Insgesamt waren im vergangenen Jahr 600.925 Personen an Konflikten in ländlichen Gebieten beteiligt. Im Amazzonasgebiet, wo Bauern, Minenarbeiter, Indios und Großgrundbesitzern an Konflikten beteiligt sind, wurden 69% der Auseinandersetzungen, 79,3% der Morde und 85% der Drohungen verzeichnet.
Der Generalsekretär der Brasilianischen Bischofskonferenz und Weihbischof von Brasilia, Leonard Steiner, teilte unterdessen mit, dass der Bericht der Kommission auch dem Sekretariat für Menschenrechte des Ministerpräsidenten und beim Justizministerium vorgelegt werden soll.
An der Präsentation des Berichts nahmen neben Bischof Steiner auch Bischof Balduino, als Ständiger Berater der CPT, sowie der vorsitzende der bischöflichen Kommission für karitative Werke, Gerechtigkeit und Frieden, Bischof Guilherme Werlang, teil. (CE) (Fidesdienst, 08/05/2012)

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