AFIRKA/SOMALIA - Caritas Somalia warnt vor einer neuen Dürre im Horn von Afrika und befürchtet einen Anstieg der Flüchtlingszahlen

Freitag, 9 März 2012

Mogadischu (Fidesidienst) – Nach Ansicht von Meteorologen ist eine neue Dürrezeit im Horn von Afrika wahrscheinlich. Dies geht aus dem achten „Situational Report“ von Caritas Somalia hervor, der dem Fidesdienst vorliegt. Von dem meteorologischen Phänomen wären insbesondere Somalia, Dschibuti, Nordkorea und die südöstlichen und nordöstlichen Teile Äthiopiens betroffen. Klimaforscher der „Intergovernamental Autorithy on Development“ (IGAD) sprachen eine entsprechende Warnung aus, damit Nichtregierungsorganisationen und lokale Regierungen sich rechtzeitig auf eine mögliche neue Krise vorbreiten.
„Zum gegenwärtigen Zeitpunkt“, heißt es in dem Bericht, „herrscht in den verschiedenen Teilen Somalias keine akute Hungersnot“. Dabei bleibe die Lage weiterhin prekär und jede Art von Veränderung im Bereich der humanitären Hilfe oder der klimatischen Bedingungen sowie eventuelle militärische Operationen könnten erneut zu einem Anstieg der Zahl der Flüchtlinge führen. Allein im Februar mussten nach Schätzungen der Caritas 62.000 Somalier ihre Heimat verlassen, davon zwei Drittel infolge von Unsicherheit.
Insbesondere wird die Ankunft neuer Flüchtlinge aus dem Afgoye-Korridor erwartet, wo Gefechte zwischen den Shabaab-Milizen und Truppen der AMISOM erneut zu einer Verschlechterung der Sicherheitslage in der Region führen könnten, in der zahlreiche somalische Flüchtlinge in Aufnahmecamps untergebracht sind. Sollte es zu einem Konflikt kommen, wird erwartet, dass 270.000 Binnenflüchtlinge die Region verlassen.
Bei einem Besuch in den Vereinigten Staaten bat unterdessen der Apostolische Administrator von Mogadischu, Bischof Giorgio Bertin von Dschibuti, den Kongress und Vertreter der Vereinten Nationen um mehr diplomatisches und politisches Engagement im Hinblick auf einen dauerhaften Frieden in Somalia. Bischof Bertin nahm auch an einer Versammlung der Caritas Internationalis zur Notlage im Horn von Afrika und an einem Treffen der verschiedenen in der Region tätigen Caritasverbände in Nairobi (Kenia) teil. (LM) (Fidesdienst, 09/03/2012)


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