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Africa

2012-02-21

AFRIKA/MAURETANIEN - Dürre und Unterernährung verwüsten das Land: 12 Millionen Menschen sind im Sahel von Lebensmittelunsicherheit und Hunger bedroht

Nouakchot (Fidesdienst) – Ein Großteil der Einwohner von Douerara, einem kleinen Ort rund 800 Kilometer östlich der mauretanischen Hauptstadt Nouakchot, leben im sandigen und felsigen Gelände der Sahelwüste. Dürre führt seit Anfang Februar dazu, dass die Menschen dort, sechs Monate vor dem voraussichtlichen Einsetzen der nächsten Regenzeit, ihre Lebensmittelvorräte aufgebraucht haben. Neben Mauretanien befinden sich auch andere Länder in der Sahel-Zone, darunter Burkina Faso, Tschad, Mali Niger und die nördlichen Regionen von Kamerun, Nigeria und Senegal in derselben dramatischen Situation. Wie humanitärere Werke melden, sind 12 Millionen Menschen von Lebensmittelunsicherheit und Hunger bedroht. Mauretanien, das weltweit über die wenigsten Wasserreserven verfügt, ist am meisten betroffen. Ein Drittel der Bevölkerung ist bereits vom Hunger gefährdet. Wie einheimische Ernährungsexperten des Gesundheitszentrums in Kiffa, einer kleinen Stadt im Südwesten des Landes betonten, ist die Lage sehr ernst, insbesondere für Kleinkinder. Jede Woche wenden sich mehr Menschen an die Klinik auf der Suche nach Hilfe. Es fehlen Milch und Lebensmittel und die Menschen kämpfen konstant um das Überleben. Eine Lebensmittelknappheit gefährdet 60% der bereits unterernährten Kleinkinder, doch dieses Jahr könnte der Anteil noch höher sein, da sich die Region noch nicht von der Dürre des Jahres 2010 erholt hat. Im Sahel sehen sich die Menschen mit einer chronischen Lebensmittelunsicherheit konfrontiert. Auch in „normalen Jahren“ leiden die Hälfte der Kinder im Alter unter 5 Jahren an chronischer Unterernährung. Zu einer Zuspitzung der Lage führte in Mauretanien und anderen Ländern der Region der rasche Anstieg der Lebensmittelpreise. Am meisten betroffen ist die südlichen Region Hodh el Gharbi. Der Gesundheitszustand der Menschen verschlechtert sich hier rapide. Seit 2000 gehen die Ernteerträge infolge seltener und unregelmäßiger Regenfälle stetig zurück. (AP) (Fidesdienst, 21/02/2012)

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