AFRIKA - Die Afrikanische Union und die Demokratisierungsprozesse in Afrika

Montag, 6 Februar 2012

Addis Abeba (Fidesdienst) – Erstmals in seit ihrer Gründung ist es der Afrikanischen Union nicht gelungen, einen Präsidenten zu wählen. Beim 18. Gipfel der afrikanischen Staatschefs in Addis Abeba (Äthiopien) erhielt keiner der beiden Kandidaten die notwendige Mehrheit für die Wahl in das Amt des Vorsitzenden. Die beiden Herausforderer waren die ehemalige südafrikanische Außenministerin Nkosazana Dlamini-Zuma und der scheidende Präsident der Afrikanischen Union, Jean Ping aus Gabun. Die Wahl wird beim nächsten Gipfel wiederholt werden, der für Juni in Malawi geplant ist. Unerdessen bleibt Ping weiterhin im Amt: sein Mandat wurde um sechs Monate verlängert.
Nach Ansicht von Beobachtern ist die gescheiterte Wahl bezeichnend für die Spaltung zwischen dem frankophonen Teil des Kontinents (der Ping unterstützt) und den englischsprachigen Ländern Afrikas (die die Kandidatur von Dlamini-Zuma unterstützen). Das Scheitern der Wahl des Vorsitzenden der wichtigsten kontinentalen Einrichtung Afrikas spiegelt auch die Schwierigkeiten wieder, die es in den einzelnen Ländern gibt (von Kamerun, über Cote d’Ivoire bis in die Demokratische Republik Kongo), wo Wahlbetrug und andere Unregelmäßigkeiten immer wieder zu Protesten führen. Doch es sollte in diesem Zusammenhang auch daran erinnert werden, dass noch bis Anfang der 90er Jahre Afrika ein Kontinent war, auf dem Präsidenten auf Lebzeit im Amt blieben und Einheitsparteien 30 Jahre lang an der Macht waren. Deshalb sollten heute vor allem jene Institutionen der Zivilgesellschaft gestärkt werden (Parteien, Gewerkschaften, Menschenrechtsbewegungen), die den Kontext für einen Demokratisierungsprozess bilden. (LM) (Fidesdienst, 06/02/2012)


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