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Missionsgebetsmeinung

2012-01-30

MISSIONSGEBETSMEINUNG - „Dass der Herr mit seinem Beistand die Tätigkeit der Mitarbeiter im Gesundheitswesen in den armen Regionen bei der Pflege von Kranken und Armen begleitet“ - Kommentar zur Missionsgebetsmeinung für den Monat Februar 2012

Vatikanstadt (Fidesdienst) – „Ich war krank und ihr habt mich besucht“ (Mt 25,36). Mit diesen Worten hat der Herr unter den Glaubenden eine besondere Empfindsamkeit gegenüber denjenigen entstehen lassen, die unter Krankheit oder Alter leiden, da sie in ihnen die lebendige Gegenwart Gottes erkennen. In armen Ländern ist das Leben für alle schwierig, doch umso schwieriger ist es für diejenigen, die unter körperlichen Schmerzen leiden oder im Alter alleine sind.
Wahrscheinlich ist der moralische Schmerz noch größer als der körperliche, unter dem viele unserer Mitmenschen leiden, wenn sie sich selbst überlassen werden. Wer ist nicht berührt, wenn in Dokumentarfilmen gezeigt wird, wie Missionare und Missionarinnen Menschen helfen, die am Straßenrand liegen und von der Not aufgefressen werden? Sind nicht sie es, die wie viele andere ein lebendiges christliches Zeugnis vom barmherzigen Samariter ablegen?
Wir laufen Gefahr uns vom egoistischen Individualismus anstecken zu lassen, der in unserer Gesellschaft überall vorherrscht. Jeder tendiert dazu, nur an sich selbst zu denken und die Ansicht zu vertreten, dass das Leid anderer nicht sein Problem ist. Papst Benedikt XVI. jedoch schreibt in seiner Enzyklika „Spe salvi“: „Das Maß der Humanität bestimmt sich ganz wesentlich im Verhältnis zum Leid und zum Leidenden. Das gilt für den einzelnen wie für die Gesellschaft. Eine Gesellschaft, die die Leidenden nicht annehmen und nicht im Mit-leiden helfen kann, Leid auch von innen zu teilen und zu tragen, ist eine grausame und inhumane Gesellschaft“ (Nr. 39).
In gewisser Weise verkörpern Menschen, die sich der schönen und schwierigen Aufgabe der Pflege von Kranken und alten Menschen widmen, den barmherzigen und mitfühlenden Christus. Diejenigen, die in der Welt seine besondere Liebe zu den Leidenden verbreiten. An vielen Stellen berichtet das Evangelium davon, wie der Herr sich vom Schmerz der Menschen, von ihrem physischen oder geistigen Leiden tief berühren ließ. Doch Christus hat noch viel mehr getan, er hat den Schmerz und die physischen und moralischen Leiden der Menschen auf seine Schultern genommen und mit ans Kreuz getragen. Der heilige Petrus schreibt: „Durch seine Wunden seid ihr geheilt“ (1 Pt 2, 24). Gott zeigt seine Größe, dadurch, dass er den Schmerz und das Leid der Menschen auf sich nimm. „Nur ein Gott, der uns so liebt, daß er unsere Wunden und unseren Schmerz – vor allem den der Unschuldigen – auf sich nimmt, ist glaubwürdig“, sagt Papst Benedikt XVI. (Botschaft Urbi et Orbi, Ostern 2007).
Diejenigen, die den Schmerz der Kranken und der Verlassenen auf sich nehmen, werden damit lebendige Gegenwart Christi, Zeugen seiner Liebe zu den Menschen. Abgesehen vom Zeugnis von der Nächstenliebe leisten Missionare einen noch größeren Dienst: sie helfen den Notleidenden ihrem Schmerzen eine Bedeutung und einen Sinn zu geben. An kranken Jugendliche wandte sich der Papst mit folgenden Worten: „Oft macht das Kreuz uns Angst, weil es die Verneinung des Lebens zu sein scheint. In Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall! Es ist das »Ja« Gottes zum Menschen, der höchste Ausdruck seiner Liebe und die Quelle, aus der das ewige Leben entspringt. Aus dem am Kreuz geöffneten Herzen Jesu ist in der Tat das göttliche Leben geflossen, das demjenigen, der bereit ist, die Augen zum Gekreuzigten zu erheben, stets offen steht“ (Botschaft zum Weltjugendtag 2011, Nr. 3)
Maria ist die Mutter des Gekreuzigten, die voller Hoffnung und Glaubenskraft am Fuße des Kreuzes ihres Sohnes stand. Sie steht immer dort, wo ihre Kinder Kreuz und der Schmerz erfahren, wo sie ihre neue Mutterschaft ausübt, die auf dem Kalvarienberg begann. Als Mutter der Hoffnung lehrt sie uns den Schmerz in endlose Freude zu verwandeln, da das Leid der Gegenwart nichts ist im Vergleich zur Herrlichkeit, die uns eines Tages enthüllt werden wird. (Fidesdienst, 30/01/2012)

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