AMERIKA/EL SALVADOR - Ehemalige Guerillakämpfer besetzen Kathedrale in San Salvador und verhindern Gottesdienste

Montag, 16 Januar 2012

San Salvador (Fidesdienst) – Einen Tag vor den Feiern zum 20jährigen Jubiläum der Unterzeichnung des Friedensabkommens in El Salvador (vgl. Fidesdienst vom 04/01/2012) ist die Hauptkirche des Landes, die Kathedrale in San Salvador, von ehemaligen Guerillakämpfern besetzt. Deshalb konnten die Gottesdienste und die anschließende Pressekonferenz von Erzbischof Luis Escobar Alas im Anschluss daran am gestrigen Sonntag nicht stattfinden. Wie das Erzbistum dem Fidesdienst mitteilt, wurde der zentrale Sonntagsgottesdienst stellvertretend vom Generalvikar der Erzdiözese Jesus Delgado Acevedo im Priesterseminar „San José de la Montagna“ gefeiert.
Die ehemaligen Guerillakämpfer aus den Reihen der damaligen Sicherheitskräfte besetzen die Kathedrale seit Anfang vergangener Woche und fordern eine Kommission, die Verhandlungen mit der Regierung auf den Weg bringen solle. Unterdessen hat sich der Menschenrechtsbeauftragte der Regierung, Oscar Luna, bereit erklärt, dabei als Vermittler einzutreten. Die ehemaligen Guerillakämpfer fordern als Veteranen eine Wiedereingliederung in die Polizei, die Wiederaufnahme ihres Vertreters, Luis Ortega, in das Parlament und die Anerkennung ihrer Gewerkschaft. Nach Berichten der einheimischen Presse sollen die ehemaligen Guerillakämpfer auch die Überwindung der ablehnenden Haltung verschiedener politischer Parteien ihnen gegenüber fordern. (CE) (Fidesdienst, 16/01/2012)


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