ASIEN - Wer wird „Asiat des Jahres“: der Katholik Shabhaz Bhatti oder der Dissident Ai Weiwei?

Dienstag, 3 Januar 2012

Bangkok (Fidesdienst) –Der in Pakistan ermordete katholische Minister Shabhaz Batti oder der chinesische Dissident und Menschenrechtskämpfer Ai Weiwei: wer soll „Asiat des Jahres“ werden? Darüber debattieren asiatische und internationale Medien im Internet, die nach der Veröffentlichung der vom „Time Magazine“ erstellten Liste der wichtigsten Menschen des Jahres 2011, alternative Kandidaten für die herausragende Persönlichkeiten Asiens vorschlagen.
In Pakistan, Indien und Europa steht der pakistanische Minderheitenminister und Katholik Shabhaz Bhatti an erster Stelle, der im März 2011 von Fundamentalisten ermordet wurde, weil er die Änderung des Blasphemieparagraphen forderte und sich für die fälschlich wegen Blasphemie zum Tode verurteilte Christin Asia Bibi einsetzte. In Italien brachte Pfarrer Gabriele Mangiarott, der für die Homepage www.culturacattolica.it verantwortlich ist, eine Online-Unterschriftensammlung für Bhatti auf den Weg, der sich bereits 1.000 Internetnutzer anschlossen haben.
In Kreisen der asiatischen Presse gilt hingegen der chinesische Künstler, Dissident und Blogger Ai Weiwei zu den Favoriten, der nach seiner Flucht in die Vereinigten Staaten nach China zurückkehrte und dort zur Entstehung des „Beijing East Village“ für experimentelle Künstler beitrug. Ai Weiwei wurde von der Regierung in Peking festgenommen und brauchte eine Menschenrechtskampagne in den social networks auf den Weg, womit er zum „Provokateur“ im Hinblick auf die Themen Transparenz und Menschenrechte wurde.
Auf den asiatischen Listen der wichtigsten Persönlichkeiten 2011 steht auch die Inderin Anna Hazare, die sich für die Korruptionsbekämpfung einsetzte und damit die Regierung in New Delhi in Zugzwang brachte. Sie wird jedoch inzwischen im Zusammenhang mit angeblichen Verbindungen zu extremistischen Hindus kritisiert. Auf der Liste steht auch die Überraschungskandidatin Yingluck Shinawatra, die jüngere Schwester des umstrittenen thailändischen Unternehmers und Premierministers Thaksin, die sich vor allem im Zusammenhang mit der Bewältigung der Flutkatastrophe einen Namen machte. Auch der birmanische Präsident Thein Sein wird genannt, doch Beobachter fragen sich: ist sein Reformkurs echt oder nur eine Farce?
Zu den „Helden ohne Gesicht“ gehören zweifelsohne die Arbeiter des AKW Fukushima, die trotz hohen Risikos und Lebensgefahr versuchten, nach der Atomkatastrophe in Japan zu helfen. (PA) (Fidesdienst, 03/01/2012)


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