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Asia

2011-12-17

ASIEN/MYANMAR - Bischof zur Situation der ethnischen Minderheiten: „Es wird immer noch geschossen, Flüchtlinge befinden sich in einer humanitären Notlage“

Banmaw (Fidesdienst) – Die Soldaten sind immer noch vor Ort und es wird weiter geschossen; die Zahl der Flüchtlinge steigt und sie befinden sich in einer Notlage; der Frieden mit den ethnischen Minderheiten im Staat Kachin scheint immer noch in weiter Ferne. Dies beklagt Bischof Raymond Sumlut Gam von Banmaw in einem Schreiben an den Fidesdienst, in dem er seine Sorge im Hinblick auf die Situation der Menschen in seinem Bistum äußert, das seit Monaten Schauplatz von Zusammenstößen zwischen Regierungssoldaten und Truppen der „Kachin Independence Army“ (KIA) ist.
Nach offiziellen Angaben soll der birmanische Staatspräsident Thein Sein die Armee angewiesen haben, die Militäroffensive gegen das Volk der Kachin zu beenden (vgl. Fidesdienst vom 13/12/2011). „Bisher hat sich nichts geändert“, so der Bischof weiter, „es kommt zu heftigen Auseinandersetzungen in entlegenen Gebeten und im Grenzgebiet der Region Banmaw, wo tausende Soldaten, Panzerfahrzeuge und Hubschrauber stationiert sind“.
„Viele Mitglieder des Kachin-Volkes“, so der Bischof, „sitzen im Grenzgebiet fest, da sie von China abgewiesen werden. Sie können das Land nicht verlassen und befinden sich in einer Notlage, denn sie sind Opfer des Kriegs“. Mit Blick auf den für den kommenden Januar angekündigten Besuch des britischen Außenministers William Hague, appelliert Bischof Sumlut Gam an die internationale Staatengemeinschaft: „Wir bitten die internationale Staatengemeinschaft und ausländische Regierungen, dass sie sich dafür einsetzen, dass die Gefechte umgehend eingestellt werden und ein Prozess der Friedens und der Versöhnung auf den Weg gebracht werden kann“.
Nach einem 17 Jahre langen Waffenstillstand, wurden die Gefechte vor sechs Monaten wieder aufgenommen. Anfang November spitzte sich die Situation nach einer Großoffensive der Regierungstruppen zu. Die Zahl der Binnenflüchtlinge steigt weiter und liegt gegenwärtig bei rund 57.000. Viele versuchen das Land zu verlassen, andere flüchten in andere Städte. Die Lage der Flüchtlinge, sei „verheerend und die humanitäre Versorgung begrenzt“, was das Überleben dieser Menschen gefährde, so der Bischof. Die Caritaszentrale der Diözese Banmwa versorgt 14.000 Flüchtlinge in verschiedenen Camps. Die Diözese hat insgesamt 400.000 Einwohner, davon 29.000 Katholiken. (PA) (Fidesdienst, 17/12/2011)

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