AFRIKA/TUNESIEN - „Arabischer Frühling“ steht im Mittelpunkt der Versammlung der Bischöfe des nördlichen Afrika

Donnerstag, 17 November 2011

Tunis (Fidesdienst) – Die soziale und politische Lage in Nordafrika stand im Mittelpunkt der Versammlung der Bischofskonferenzen von Nordafrika (CERNA), die vom 13. bis 16. November in Tunis tagte.
Wie aus Informationen hervorgeht, die dem Fidesdienst vorliegen, stand der Vorsitzende der CERNA, Erzbischof Vincent Landel von Rabat, der Versammlung vor. Ebenfalls anwesend waren der Apostolische Nuntius in Algerien und Tunis, Erzbischof Thomas Yeh, Bischof Martin Happe von Nouakchot (Mauretanien) und Bischof Domenico Mogavero von Mazara del Vallo (Sizilien, Italien).
Im Rahmen ihres Treffens tauschten sich die Bischöfe über die Situation in den verschiedenen Ländern und kirchlichen Gemeinden aus. Die beiden Apostolischen Vikare in Libyen (Tripolis und Bengasi) berichteten ausführlich über die Ereignisse der libyschen Revolution und deren Auswirkungen auf die christlichen Gemeinden. Dabei betonten sie insbesondere die Freude der Einwohner des Landes über die eigene Freiheit. Beide Bischöfe hoben hervor, dass nun eine nationale Aussöhnung dringend notwendig sei. „In Tunesien hat die hohe Wahlbeteiligung gezeigt, dass die Menschen in der Region ihre Verantwortung als Bürger übernehmen wollen“, heißt es in einer Verlautbarung, die dem Fidesdienst vorliegt.
Die Bischöfe der CERNA erinnerten daran, dass sich die katholische Kirche in der Region insbesondere drei wichtigen Herausforderungen stellen muss und nannten in diesem Zusammenhang die religiöse, die politische und die soziale und wirtschaftliche Herausforderung. „Die Mitglieder der Kirche sind an diesem Übergang oft nicht direkt beteiligt, aber sie fühlen sich als ‚staunende Zeugen’ – wie es der Erzbischof von Tunis in seinem Hirtenbrief schrieb – dessen, was im ganzen Maghreb keimt und fördern diese Werte die sie voll und ganz teilen. Sie teilen auch Freude und Hoffnung mit diesen Völkern“, so die Bischöfe.
Die Kirchenvertreter beklagten zusammen mit den Bischöfen Algeriens die Verspätung und manchmal auch Verweigerung der Ausstellung von Visa für Priester und Ordensleute der verschiedenen Nationalitäten. Sie bezeichnen dies als schweres Eingreifen in das Leben der Ortskirchen. „Dies macht uns traurig, vor allem weil diese Menschen von kirchlichen Gemeinden gerufen wurden, die sich – ohne Proselytenmacherei – in den Dienst des Landes stellen und herzliche Beziehungen zu allen unterhalten“.
Die Bischöfe betonten abschließend die Bedeutung der Tätigkeit der örtlichen Caritaszentralen, die in Zusammenarbeit mit muslimischen Einrichtungen in verschiedenen Bereichen der menschlichen Entwicklung tätig sind: Förderung der Frau, Flüchtlingshilfe, Unterstützung für Häftlinge und Menschen mit einer Behinderung, Nothilfe, etc… Die nächste Versammlung der CERNA findet in Mazara del Vallo (Sizilien, Italien) vom 17. bis 22. November 2012 statt. (LM) (Fidesdienst, 17/11/2011)


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