AMERIKA/NICARAGUA - Vorsitzender der Bischofskonferenz nach der Wahl: „Wir müssen die eigenen Grenzen kennen und gewaltlos demonstrieren“

Dienstag, 15 November 2011

Managua (Fidesdienst) – Der Vorsitzende der Bischofskonferenz von Nicaragua, Erzbischof Leopoldo José Brenes Solorzano von Managua, beklagte mangelnde Transparenz bei der Wahl vom 6. November, bei der der scheidende Präsident Daniel Ortega mit großer Mehrheit im Amt bestätigt wurde. In einem Interview mit den Fernsehsender „Canale 2“ am 12. November erinnerte der Erzbischof daran, dass der Oberste Wahlrat, der für die Organisation der Wahl in Nicaragua verantwortlich ist, „auch nur aus Menschen besteht und damit Schwächen hat“. Dabei bat er die Mitglieder „die eigenen Grenzen zu erkennen“. „Wir müssen mit Bescheidenheit anerkennen, wo die Schwachpunkte liegen“, so Erzbischof Brenes, der dabei aber auch an die „vielen positiven Seiten“ des Wahlverlaufs erinnert, wie zum Beispiel die hohe Wahlbeteiligung, die er als „etwas Wunderbares bezeichnet“
Nach Auszählung aller Stimmen gab der Oberste Wahlrat bekannt, dass Ortega mit 62,46% der Stimmen wieder gewählt wurde. Der größte Rivale Ortegas, der Unternehmer Fabio Gadea von der Freien Liberalen Partei, der nur 31% der Stimmen erhielt, prangert „nie dagewesenen Wahlbetrug“ an und fordert Neuwahlen. Dabei bat er seine Anhänger um einem „friedlichen Widerstand“. Die Anhänger der Opposition hatten sich in verschiedenen Teilen des Landes zu Demonstrationen versammelt, bei denen vier Menschen starben, 49 Polizeibeamte und hunderte Zivilisten verletzt wurden.
Erzbischof Brenes bat diesbezüglich „Sieger und Besiegte“ um „gewaltlosen“ Protest. „Kundgebungen und Demonstrationen müssen gewaltlos verlaufen. Die Sieger dürfen diejenigen, die protestieren nicht angreifen, sondern sollten sich dialogbereit zeigen“, so der Erzbischof abschließend. (CE) (Fidesdienst, 15/11/2011)


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