AFRIKA/COTE D’IVOIRE - Missionsschwester aus Abidjan: „Ich werde auch künftig furchtlos Zeugnis ablegen“

Donnerstag, 10 November 2011

Abidjan (Fidesdienst) – „Die Sicherheit ist immer noch nicht gewährleistet, obschon die Lage dem Anschein nach ruhig ist“, so Schwester Rosaria von den Schwestern von der Heiligen Familie, die im Stadtviertel Abobo in Abidjan lebt und arbeitet. In dem Stadtteil fanden heftige Gefechte zwischen den Anhängern des ehemaligen Präsidenten Laurant Gbagbo und den Befürwortern des neuen Präsidenten Alassane Ouattara statt, deren Spuren noch zu sehen sind. In Abidjan und anderen Teilen des Landes kommt es seit Monaten immer wieder zu Überfällen auf Pfarreien und religiöse Einrichtungen (vgl. Fidesdienst vom 09/11/2011).
Schwester Rosaria, deren Gemeinschaft bisher noch unversehrt blieb, betont im Gespräch mit dem Fidesdienst: „Ich weiß nicht, ob die Zahl der betroffenen kirchlichen Strukturen (etwa 40) korrekt ist, doch es kommt immer wieder zu Plünderungen“. „Es herrscht immer noch ein Klima der Rache und durch das Herannahen der Parlamentswahl erhitzen sich die Gemüter“, so die Ordensfrau zu den möglichen Tätern, „Auf der anderen Seite ist es einfach, in den Besitz einer Waffe zu gelangen. Es sind immer noch zu viele Waffen im Umlauf.“ „Ich habe den Eindruck als ob es im Falle der Überfälle auf kirchliche Einrichtungen Informanten gebe, die die Täter darauf hinweisen, wann und wo sie zuschlagen können“, fügt Schwester Rosaria hinzu.
Die Unsicherheit ändert jedoch nichts an der Überzeugung von Schwester Rosaria, die weiterhin in einem der gefährlichsten Stadtviertel Abidjans tätig sein will und sicht dort als erfahrene Krankenschwester insbesondere um Kranken kümmert. „Die Kirche“, so Schwester Rosaria, „muss die Freiheit haben, das Evangelium zu verkünden und auf Missstände hinzuweisen. Wir müssen den Menschen und seine Würde und Rechte vor Augen haben. Aus diesem Grund habe ich keine Angst, denn Jesus ist bei mir und ich arbeite unter Armen und Benachteiligten. Es ist nicht immer leicht Zeugnis abzulegen und ich bin nicht perfekt, doch ich versuche meinen Glauben durch mein Leben zu bezeugen“, so die Ordensfrau abschließend.
In Cote d’Ivoire (Elfenbeinküste) herrschte fast 10 Jahre lang Spaltung und Gewalt. Die turbulente Zeit begann im September 2002 und endete erst im April dieses Jahres mit dem Sieg der Anhänger des Präsidenten Alassane Ouattara, die zusammen mit französischen Soldaten und UN-Einheiten die Anhänger des ehemaligen Laurent Gbagbo besiegten, der sich derzeit in Haft befindet. (LM) (Fidesdienst, 09/11/2011)


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