AFRIKA/COTE D’IVOIRE - Bischof von Man: „Zu viele Waffen und zu viel Arbeitslosigkeit führen zu mehr Unsicherheit“

Freitag, 4 November 2011

Abidjan (Fidesdienst) – „Es herrscht ein Klima der allgemeinen Unsicherheit und dies gilt vor allem für die Dörfer an der Grenze zu Liberia, von denen einige in jüngster Zeit von bewaffneten Gruppen überfallen wurden. Wir wissen nicht, wer dafür verantwortlich ist, aber derzeit hat sich die Lage wieder beruhigt“, so Bischof Béby Gneba von Man im Western von Cote d’Ivoire (Elfenbeinküste), wo bei interkomunitären Konflikten in den vergangenen Tagen mindestens vier Menschen ums Leben gekommen waren.
In Cote d’Ivoire wurde ein blutiger Bürgerkrieg zwischen den Anhängern des ehemaligen Präsidenten Laurent Gbagbo und dem heutigen Präsidenten Alassane Ouattara beendet, der mit Unterstützung französischer Einheiten und UN-Truppen sein Amt antrat (nachdem er die Präsidentschaftswahl gewonnen hatte, die internationale Beobachter als regulär bezeichnen). Sein Vorgänger Gbagbo wollten den Wahlsieg nicht anerkennen. Seit seiner gewaltsamen Festnahme in der Residenz des Präsidenten, wo dieser sich in Abidjan verschanzt hielt, befindet sich der ehemalige Präsident in Erwartung eines gerichtlichen Prozesses in Haft. Sowohl den Anhänger Gbagbos als auch den Soldaten Ouattaras wirft man Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung vor.
Im Westen von Cote d’Ivoire treiben seit langem verschiedene Milizen ihr Unwesen. „Das Problem“, so Bischof Gnéba, „besteht darin, dass bisher noch keine Maßnahmen zur Entwaffnung auf den Weg gebracht wurden, so dass viele Waffen sich noch in den Händen ehemaliger Kämpfer befinden. Hinzu kommen hohe Arbeitslosenzahlen, insbesondere unter den Jugendlichen, die während der politischen Krise zu den Waffen gegriffen hatten“.
Cote d’Ivoire ist der weltweit größte Kakaoproduzent. Die Regierung hat beschlossen, die Produktion durch die Wiedereinführung einer staatlichen Behörde zu regulieren und die Preise für die Kakaoanbauern auf ein Mindestmass von 50-60% des internationalen Preises festzulegen.
„Diese Maßnahmen begrüße ich“, so Bischof Gnéba, zur Einführung der Kontrollbehörde, „Wenn der Kakaopreis steigt, dann wird dies den Bauern helfen. Da die meisten Einheimischen Bauern sind, wird es auch zu einer Reduzierung der Arbeitslosigkeit unter der Bevölkerung führen. Man sollte auch bedenken, dass während des Bürgerkriegs verschiedenen Plantagen nicht mehr bewirtschaftet wurden und nun neue Arbeitskräfte notwendig sind, damit die Bewirtschaftung wieder stattfinden kann. Es müssen aber auch die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass die vielen Arbeitslosen und Vertriebenen der Region wieder auf die Felder zurückkehren können“, so der Bischof von Man abschließend. (LM) (Fidesdienst, 04/11/2011)


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