AMERIKA/HAITI - Choleraepidemie fordert weitere Opfer unter den Haitianern: 6.500 Erkrankte starben im vergangenen Jahr

Montag, 24 Oktober 2011

Port-au-Prince (Fidesdienst) – Ein Jahr nach dem Ausbruch der Choleraepidemie auf Haiti sehen sich die Einwohner des Landes weiterhin von der tödlichen Krankheit bedroht. Seit Auftreten der ersten Fälle im Oktober 2010 haben sich über 450.000 Haitianer infiziert und über 6.500 Menschen starben an den Folgen der Krankheit. Dies teilt das Gesundheitsministerium des Landes mit. Die Regenzeit begünstigt eine weitere Verbreitung der Krankheit. Wie die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) mitteilt, sind die sanitären Einrichtungen und die Maßnahmen zur Vorbeugung gegen eine Verbreitung der Krankheit weiterhin unzureichend. „Die Cholerapatienten sterben in den abgelegenen Gebieten weiterhin an Flüssigkeitsmangel, weil es keine entsprechende Versorgung gibt und angemessene Einrichtungen für die Behandlung oder ausgebildetes Personal in den Gemeinden fehlen“, heißt es in einer Verlautbarung von Romain Gitenet, der für die Mission von MSF in Haiti verantwortlich ist. Es bestehe dringender Bedarf an Medikamenten und sauberem Trinkwasser und angemessenen Hygienemaßnahmen.
Obschon die internationale Staatengemeinschaft umfangreiche Hilfsmittel für Haiti zur Verfügung stellt, stecken sich weiterhin jede Woche zahlreiche Menschen an und immer wieder kommt es auch zu Todesfällen. Viele internationale Hilfswerke beenden unterdessen ihre Programme zur Cholerabekämpfung obschon die Krankheit in Haiti voraussichtlich noch lange präsent sein wird. Cholera führt oft zum Tode ist aber auch leicht zu behandeln, wo es angemessene Therapien Behandlung und Maßnahmen zur Vorbeugung gibt. Die meisten Haitianer leben allerdings weiterhin in ländlichen Gebieten oder Barackensiedlungen wo solche Voraussetzungen nicht gegeben sind. Seit Ausbruch der Epidemie im Oktober 2010 hat MSF über 160.000 Cholerapatienten versorgt. Ende August wurden allein in Port-au-Prince 218 Patienten behandelt, Ende September stieg die Zahl der Fälle pro Woche auf 840 an. Gegenwärtig ist die Organisation vor allem in Martissant, Carrefour, Delmas, Cité Soleil und Droullard in der Hauptstadt tätig. Hilfsprogramme werden auch in einigen Verwaltungsprovinzen im Westen, im Norden und in der Region Artibonite durchgeführt. (AP) (Fidesdiesnt, 24/10/2011)


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