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Asia

2011-09-17

ASIEN/SINGAPUR - Christen appellieren an den neuen Präsidenten und fordern dringende Maßnahmen zur Bekämpfung des Menschenhandels

Singapur (Fidesdienst) – Das Phänomen des Menschenhandels ist in Singapur besonders weit verbreitet. Deshalb fordern die Christen, die 16% der Bevölkerung ausmachen, nach der Wahl des neuen Präsidenten Tony Tan, von diesem dringende Maßnahmen zur Bekämpfung des Problems. Der Leiter der Pressestelle des Diözese Singapur, Joan O’Reilly Fix, betont gegenüber dem Fidesdienst: „Wir werden auch unter dem neuen Präsidenten als Christen für Schlüsselfragen eintreten und wollen das harmonische Zusammenleben der verschiedenen ethnischen und religiösen Komponenten in unserer vielfältigen und pluralistischen Gesellschaft fördern; dabei wollen wir auch den Randgruppen der Gesellschaft und den kranken und älteren Menschen ein besonderes Augenmerk widmen“. Doch das Problem des Menschenhandels „ist in Singapur und den anderen Ländern der Region ein besonders besorgniserregendes Problem“. In einer gemeinsamen Aufklärungskampagne weisen die Bischöfe von Malaysia, Singapur und Brunei auf die verheerenden Folgen des Phänomens hin, dessen Bekämpfung sie als „Teil der sozialen Sendung der Kirche“ bezeichnen. Die christliche Glaubensgemeinschaft nennt das Phänomen in ihrem Appell an den neuen Präsidenten auch eine „echte Notlage“. In der Gesellschaft sei man sich der Verbreitung des Handels mit Frauen und Kindern zunehmend bewusst, die auch als „neue Sklaven“ bezeichnet werden. Vertreter der Zivilgesellschaft und zahlreiche Menschenrechtsorganisationen in Südostasien bitten deshalb um größeres Engagement der Regierung und der Sicherheitskräfte in Singapur und fordern strengere Strafmaßnahmen: das geltenden Strafgesetz sieht für Menschenhändler, die Minderjährige für die Prostitution verkaufen eine Höchststrafe von 10 Jahren Haft vor. Aus einer Untersuchung geht jedoch hervor, dass es oft nur bei wenigen Wochen haft und der Zahlung eines Bußgeldes bleibt. (PA) (Fidesdienst, 17/09/2011)

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