AFRIKA/MADAGASKAR - Zwei Drittel der Kinder leiden unter Armut und Unterernährung

Samstag, 25 Juni 2011

Amboasary (Fidesdienst) – Zwei Drittel aller Kinder in Madagaskar leben in armen Verhältnissen und bei 50% der Kinder im Alter unter fünf Jahren ist infolge von Unterernährung das Wachstum beeinträchtigt. Besonders ernst ist die Lage in Abmoasary in der Region Naosy im Südosten Madagaskars, wo das Zentrum für Behandlung von Komplikationen bei akuter Unterernährung (CRENI) sich insbesondere um Kinder kümmert, die infolge von akuter Unterernährung unter Wachstumsverzögerungen leiden. Wie aus einer Statistik des CRENI in Amboasary hervorgeht wurden rund ein drittel der insgesamt 130 Einlieferungen in den Monaten von März bis Mai am Ende der Trockenzeit registriert. Die Ärzte machen jedoch für die Situation nicht nur die Trockenzeiten verantwortlich, die im Land zyklisch auftreten, sondern insbesondere soziale und wirtschaftliche Phänomene, die seit langem existieren und eine konstante Bedrohung für die Lebensmittelsicherheit darstellen.
Im Süden des Landes führen die zunehmend unvorhersehbaren klimatischen Verhältnisse dazu, dass die Unterernährung unter Kindern zunimmt. Insbesondere in den Monaten von Oktober bis März sind dort Lebensmittel knapp. Die chronische Unterernährung wird insbesondere von einer lang anhaltenden unangemessenen Ernährung verursacht. Die Ärzte und Krankenpfleger in den beiden für die Fälle chronischer Unterernährung und der damit verbundenen Komplikationen zuständigen Gesundheitseinrichtungen (CRENAS und CRENI) legen deshalb auch Wert darauf, dass Mütter und Kinder über eine richtige Ernährung uniformiert werden. Zudem geben sie den Patienten therapeutische Nahrungsmittel mit auf den Weg, die sie auch zu Hause zubereiten können. Dies ist besonders wichtig in einer Region des Landes, wo 60% der Bevölkerung über 5 Kilometer von der nächsten Gesundheitseinrichtung entfernt leben.
Experten vertreten auch die Ansicht, dass es sich bei dem Eiweißmangel bei der Ernährung auch um „lokale Gepflogenheiten“ und Tabus im Hinblick auf den Konsum von gewissen Lebensmitteln handelt. Kinder dürfen zum Beispiel keine Eier und kein Hühnerfleisch essen, das Hühner als „schmutzig“ gelten und vielerorts glaubt man, dass der Verzehr von Eiern stumm macht. (AP) (Fidesdienst, 25/06/2011)


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