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Africa

2003-06-27

AFRIKA/LIBERIA - „MORD, PLÜNDERUNGEN, TERROR“ IN MONROVIA: EIN MISSIONAR BESCHREIBT EINEN DER VERGESSENEN AFRIKANISCHEN KRIEGE

Monrovia (Fidesdienst) – „Mord, Plünderungen, Terror“. Mit diesen Worten beschreibt ein in der liberianischen Hauptstadt Monrovia lebender Missionar gegenüber dem Fidesdienst die Situation in der Stadt, in der seit Tagen Gefechte zischen den Soldaten des Staatpräsidenten Charles Taylor und den Rebellen der LURD (Vereinigte Liberianer für Versöhnung und Demokratie) stattfinden. „Die Gefechte konzentrieren sich vor allem in den Stadteilen nahe des Hafens und nähern sich der letzten Brücke, über die noch eine Verbindung zur Stadt besteht“, so der Missionar. „Alle fürchten dass eine Einnahme des Hafens durch die Rebellen zu einer Behinderung der Lebensmittelversorgung führen wird, was die humanitäre Lage zusätzlich zuspitzen würde“.
„Die Straßen der Stadt sind leer, man sieht nur Militärtransporter. Die wenigen Menschen, die man trifft haben verängstigte Gesichter. Die Vertriebenen sind in provisorischen Massenunterkünften untergebracht“, berichtet der Missionar. „Ich habe selbst eines dieser Zentren besucht, das sich in einem öffentlichen Park befindet, wo sich allein rund 5.000 Menschen aufhalten. Die zur Verfügung stehenden Lebensmittel werden nur wenige ausreichen; sollten weitere Hilfen blockiert werden, dann wüssten diese Menschen nicht, wovon sie sich ernähren sollen“.
„In der Stadt herrscht Anarchie: wer ein Gewehr hat, bestimmt was geschieht. Die Soldaten gehen von Haus zu Haus und rauben die Bevölkerung aus. Es müssen sofort Eingreiftruppen entsandt werden, die die gegnerischen Truppen trennen, ansonsten wird Liberia nur sehr mühsam aus dieser Krise herausfinden“, so der Missionar abschließend.
Unterdessen laufen die diplomatischen Bemühungen um eine Beendigung des Krieges weiter. Eine UN-Delegation befindet sich in Ghana um dort an den Friedensgesprächen zwischen Vertretern aus Liberia teilzunehmen. Zur Lage in Liberia äußerte sich auch der amerikanische Staatspräsident George W. Busch: Er forderte Taylor auf „einen Schritt zurück zu gehen, um seinem Land ein weiteres Blutbad zu ersparen“.
(LM) (Fidesdienst, 27/6/2003 – 27 Zeilen, 295 Worte)

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