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Asia

2011-05-26

ASIEN/SRI LANKA - Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit: Bericht der Vereinten Nationen

Colombo (Fidesdienst) – Ob es in Sri Lanka zu Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit unter der tamilischen Zivilbevölkerung kam, werden ab dem kommenden 30. Mai Gegenstand der Debatte des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen in Genf sein. Wie beim Rat der Vereinten Nationen akkreditierte Nichtregierungsorganisationen in einer Verlautbarung feststellen, die dem Fidesdienst vorliegt, sind entsprechende Vermutungen in einem Bericht enthalten, den eine Gruppe von UN-Beobachtern dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon, vorlegte, der die Untersuchung an den Menschrechtsrat in Genf weiterleitete. Die Expertengruppe, die den Bericht anfertigte, setzt sich zusammen aus Marzuki Darusman (Indonesien), Steve Ratner (USA) und Yasmin Sooka (Südafrika). Die drei begannen mit ihrer Untersuchung, in deren Rahmen sie viele Augenzeugen in Sri Lanka befragten im September 2010. Fertig gestellt wurde das Dokument im März 2011.
Der Bericht belegt, dass nach Ende des Bürgerkriegs im Mai 2009 über 40.000 Opfer Tamilen zu verzeichnen waren, insgesamt 300.000 Menschen ihre Heimat verlassen mussten und es zu Menschenrechtsverstößen gegen die rund 2,7 Millionen Menschen kam, die die tamilische Minderheit in Sri Lanka ausmachen.
Die Arbeitsgruppe besuchte verschiedne Städte und Flüchtlingscamps, sprach mit Militärs, Zivilisten und Mitarbeitern von Menschenrechtsorganisationen. Der Bericht übt auch Kritik am Verhalten der Vereinten Nationen, insbesondere in der letzten Phase des Konflikts, als die Gefechte am heftigsten waren. „Man hat nicht genug dafür getan, um zu verhindern, dass es Opfer unter der Zivilbevölkerung gab“, heißt es dazu wörtlich.
Der Bericht dementiert die offizielle Version der Regierung von Sri Lanka, die behauptet, es habe „keine Opfer unter der Zivilbevölkerung“ gegeben. Vielmehr werden „glaubwürdige Beweise“ dafür angeführt, dass „eine Reihe von Verstößen gegen die international anerkannten Menschenrechte kam, die von der Regierung des Landes aber auch von den tamilischen Rebellen der Liberation Tiger of Tamil Eelam (LTTE) verübt wurden.“
In besonderer Weise befasst sich der Bericht mit der letzten Phase des Bürgerkriegs (zwischen September 2008 und Mai 2009) und dem Vormarsch der Truppen in die Region Vanni, in der die meisten Zivilisten ums Leben kamen und rund 330.000 Personen das Kriegsgebiet nicht verlassen konnten.
Die Regierung soll Kriegsverbrechen gegen die Menschlichkeit verübt haben (Morde, Verstümmelungen, Vergewaltigungen, Folter, Verfolgung) und den Rebellen der LTTE werden für Gewalt, Folter, Zwangsarbeit, Rekrutierung von Kindersoldaten und Morde an Zivilsten verantwortlich gemacht. (PA) (Fidesdienst, 26/05/2011)

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