AFRIKA/ÄTHIOPIEN - Die „demokratischen Revolutionen“ in Cote d’Ivoire und im Südsudan stehen im Mittelpunkt des Gipfeltreffens der Afrikanischen Union

Samstag, 29 Januar 2011

Addis Abeba (Fidesdienst) – Die Ereignisse der vergangenen Tage und Stunden in Ägypten und die Krisen in anderen afrikanischen Ländern stehen im Mittelpunkt des 16. Gipfeltreffens der Afrikanischen Union, das derzeit in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba stattfindet. Auf der Tagesordnung steht auch die Situation in Cote d’Ivoire (Elfenbeinküste).
Die Afrikanische Union und die Gemeinschaft der Westafrikanischen Staaten (CEDEAO/ECOWAS) schien vereint den Wahlsieg Ouattaras anzuerkennen, doch im Laufe der Debatte zeigte sich, dass sich nicht alle afrikanischen Länder dieser einheitlichen Position anschließen. Gbagbo wird ausdrücklich von Angola unterstützt, während einige afrikanische Staaten eine eventuelles militärisches Eingreifen der CEDEAO in Cote d’Ivoire inzwischen ablehnen. In den vergangenen Tagen hatte man im Rahmen vorbereitender Sitzungen unter der Schirmherrschaft Nigerias über ein solches Eingreifen verhandelt. Unterdessen gaben verschiedene Mitgliedsländer der CEDEAO bekannt, sie seien nicht bereit, Truppen zu entsenden. Auch andere Mitglieder der Afrikanischen Union, darunter Südafrika, distanzierten sich von einer möglichen militärischen Lösung.
Unterdessen befassten sich die Tagungsteilnehmer auch mit der Unabhängigkeit des Südsudan und der damit verbundenen eventuellen Aufnahme eines weiteren Mitgliedsstaates.
Die Situation in Tunesien und Ägypten zeigen, dass in immer mehr Ländern der arabischen Welt aber auch in afrikanischen Ländern südlich der Sahara die Tendenz dahin geht, dass Bürger mehr Demokratie fordern. Doch die Afrikanische Union wird voraussichtlich mit dem Präsident von Äquatorialguinea, Teodoro Obiang Nguema, einen neuen Vorsitzenden wählen, der nicht gerade für den Respekt demokratischer Regeln bekannt ist. (LM) (Fidesdienst, 29/01/2011)


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