Asia
2010-12-18
ASIEN/SRI LANKA - Religionsvertreter und Menschenrechtsorganisationen: „Rettet die in Saudi Arabien zum Tode verurteilte Rizana“
Colombo (Fidesdienst) – Ein dringlicher Appell und einer Unterschriftensammlung sollen die junge aus Sri Lanka stammenden Rizana Nafeek retten, die in Saudi Arabien zum Tode verurteilt wurde: im Rahmen einer gemeinsamen Aktion schließen sich christliche, buddhistische und muslimische Religionsführer mit verschiedenen Menschenrechtsaktionen zusammen.
In dem Appell bitten die Unterzeichner den saudiarabischen König Abdullah um Gnade für Rizana Nafeek. Im vergangenen Oktober hatte der Oberste Gerichtshof in Saudi-Arabien das Todesurteil gegen die junge Frau bestätigt, das bereits 2007 infolge einer Anklage wegen Mordes ergangene war.
Rizana soll 2005 ein vier Monate altes Kind einer saudiarabischen Frau getötet haben, bei der sie als Hausaltshilfe tätig war. Zum Zeitpunkt der angeblichen Tat war Rizana 17 Jahre alt und hatte zuvor keine Ausbildung als Kindermädchen erhalten. Trotzdem hatte man ihr das vier Monate alte Kind überlassen. Infolge mehrere unglücklicher Zusammenhänge erstickte das Kind, während es mit der Flasche gefüttert wurde. Die Eltern waren zu dem Zeitpunkt des Vorfalls nicht im Haus. Rizana beteuerte stets ihre Unschuld und erklärte dabei, dass es sich um einen Unfall handelte. Doch sie wurde des Mordes angeklagt und unterzeichnete ein Geständnis in arabischer Sprache, dessen Inhalt sie wegen unzureichender Sprachkenntnisse sie nicht verstanden hatte.
Die Vollstreckung des Urteils ist derzeit ausgesetzt, nachdem die Verteidigung beim saudiarabischen Außenministerium und beim König des Landes ein Gnadengesuch eingereicht hat.
Die Caritaszentrale der Diözese Kandy brachte unterdessen eine Unterschriftensammlung für Rizana auf den Weg, die am Welttag der Menschenrechte offiziell gestartet wurde. Der Kampagne „Gerechtigkeit für Rizana“ haben sich bereits rund 1.000 Christen, Buddhisten, Hindus und Muslime angeschlossen, die die Freilassung von Rizana fordern. Die Kampagne wird auch von der „Asian Human Rights Commission“ unterstützt, die in einem Appell mit dem Titel „Rettet Rizana“ zusammen mit anderen Menschenrechtsorganisationen in Sri Lanka und ganz Asien für die junge Frau eintritt.
Rizana ist eine von Tausenden ausländischen Haushaltshilfen, die in Saudi-Arabien arbeiten. Insgesamt rund 1,3 Millionen Arbeitkräfte aus Sri Lanka arbeiten im Nahen Osten und Europa und tragen mit Überweisungen in Höhe von über 3 Milliarden Dollar in beachtlichem Maß zur srilankischen Volkswirtschaft bei. (PA) (Fidesdienst, 18/12/2010)
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