ASIEN/IRAK - Erzbischof Matoka: „Der Terror klopft an die Pforte der Christen und die Regierung schaut tatenlos zu“

Mittwoch, 10 November 2010

Bagdad (Fidesdienst) – „Was können wir tun, was sollen wir sagen? In unsere Gemeinde herrscht tiefe Bestürzung. Die Welle der Gewalt wird immer größer. Vor zehn Tagen wurde ein Attentat auf unsere Kathedrale verübt. Heute sind unsere Wohnungen Zielscheibe. Familien trauern und wollen fliehen. Es ist schrecklich!“, so der syrisch-katholische Erzbischof von Bagdad, Atanase Matti Shaba Matoka, nach den Überfällen, die in den frühen Morgenstunden zwischen 4.00 und 6.00 Uhr auf verschiedene Wohnungen christlicher Bürger in Bagdad verübt wurden. Bei den Angriffen starben mindestens drei Menschen und 26 wurden verletzt, wie ein Mitarbeiter des Innenministeriums berichtet. Bereits gestern Abend waren drei christliche Wohnungen in Mansur überfallen worden. Dabei wurde niemand verletzt.
Noch vor seinem Besuch bei den betroffenen Familien sagt der Erzbischof zum Fidesdienst: „Trotz aller Ankündigungen tut die Regierung nichts, um diese Welle der Gewalt zu stoppen, die über uns hinwegrollt. Vor den Kirchen stehen Polizisten, doch nun sind die Häuser unserer Gläubigen zur Zielscheibe geworden. Bei den Opfern handelt es sich um Christen verschiedener christlicher Konfessionen im Distrikt Doura. Der Terror klopft an unsere Pforten. Die Familien sind erschüttert. Dies ist kein Leben mehr, sagen sie. Man möchte uns aus dem Land vertreiben und es wird ihnen gelingen. Das Land ist Opfer von Verwüstung und Terror. Das Leid der Christen wird immer größer und sie werden das Land verlassen. Wir wissen nicht mehr, was wir noch sagen sollen.“
Abschließend appelliert der Erzbischof an die internationale Staatengemeinschaft und die Weltkirche: „Wir bitten um ein rasches Eingreifen der internationalen Staatengemeinschaft und erhoffen uns Hilfe vom Heiligen Vater und von der Weltkirche. Heute bleibt uns nichts anderes als zu hoffen und zu beten und unser Leben in die Hände Gottes zu legen. Unter Tränen sagen die irakischen Christen: In manus tuas, Domine“. (PA) (Fidesdienst, 10/11/2010)


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