AFRIKA/GUINEA - Zwei Wochen vor der Stichwahl nehmen ethnische Spannungen zu

Freitag, 29 Oktober 2010

Conakry (Fidesdienst) – In der Republik Guinea wurde das Datum für die bereits mehrmals verschobene Stichwahl bei den Präsidentschaftswahlen (vgl. Fidesdienst vom 23. Oktober 2010) auf den 7. November festgelegt.
Wie aus Berichten der einheimischen und der internationalen Presse hervorgeht, mussten Tausende Mitglieder des Peul-Stammes ihre Dörfer nach Auseinandersetzungen mit den Angehörigen des Malinké-Volkes verlassen. Rund 2.000 Angehörige des Peul-Volkes sollen in einigen Dörfern südlich der Stadt Kankan (rund 500 Kilometer nördlich der Hauptstadt Conakry) Zuflucht gesucht haben.
Die politische Konfrontation zwischen den beiden Kandidaten Cellou Dalein Diallo (aus dem Volk der Peul) und Alpha Condé (Malinké) riskiert Spannungen und Gewalt auf ethnischer Basis zu schüren. Um die Gemüter zu beruhigen planten Diallo und Condé eine gemeinsame Reise durch das Land. Doch Condé wurde von seinen Anhängern davon abgehalten. „Der Wohnsitz von Condé wurde von Hunderten Anhängern mit einem Schloss verriegelt, die ihren Präsidentschaftskandidaten damit daran hinderten, das Grundstück zu verlassen“, berichten Beobachter vor Ort dem Fidesdienst.
„Die beiden Kandidaten bezahlen nun den Preis für das eigene Handeln auf der Grundlage ethnischer Kriterien“, so der Beobachter weiter. „Positiv ist, dass die Religionsführer des Landes gemeinsam versuchen, die Spannungen zu überwinden. Jede Woche finden gemeinsame interreligiöse Gebete statt, bei denen man auch für den Frieden betet“, so der Beobachter abschließend. (LM) (Fidesdienst, 29/10/2010)


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