OZEANIEN/PAPUA NEUGUINEA - Bekämpfung von „Brauthandel“ und Polygamie: eine Herausforderung für katholische Frauen

Samstag, 9 Oktober 2010

Aitape (Fidesdienst) – Im Rahmen eines Kongresses der katholischen Frauen in Aitape (Papua Neuguinea) befassten sich die Teilnehmer vor allem mit der Rolle der Frau im Leben der Kirche und der Gesellschaft. Rund 100 Vertreterinnen verschiedner katholischer Frauenbewegungen aus den fünf Diözesen des Landes (Lae, Madang, Weweak, Aitape und Vanimo) berieten eine Woche lang unter Leitung von Bischof Otto Separy von Aitape.
Die katholischen Frauen erinnerten dabei insbesondere an das notwendige Engagement für „Freiheit, Gleichberechtigung, Würde und Mitverantwortlichkeit von Frauen in Kirche und Gesellschaft“. Dabei wurde mit Bezug auf das Apostolische Schreiben von Papst Johannes Paul II. „Ecclesia in Oceania“ vor allem die Rolle der Frau in Familie und Ehe und bei der Neuevangelisierung hervorgehoben.
„Wir müssen zugeben, dass unsere traditionelle Kultur die Frau unterbewertet“, so Bischof Separy, „deshalb fordere ich alle auf, über die verschiedenen Situationen nachzudenken und Beschlüsse zu fassen, die als Richtlinien für praktisches Handeln bei der Förderung von Gleichberechtigung, Respekt und Freiheit der Frauen in Papua Neuguinea herangezogen werden können“. In diesem Zusammenhang erwähnte der Bischof auch die Praxis des „Brauthandels“, bei dem die Frau als Eigentum der eigenen Familie oder des eigenen Klans gegen Bezahlung von rund 5.000 Euro an ihren zukünftigen Ehemann verkauft wird. „Diese Praxis müssen wir abschaffen“, forderte der Bischof.
Außerdem müsse man auch gegen Prostitution und Polygamie vorgehen: „Dies ist nicht Teil unserer Kultur sondern es wurde aus anderen Ländern importiert. Beides widerspricht der Bibel und verstößt gegen das Recht der Gleichberechtigung. Mit der Polygamie legalisiert ein Man die Untreue gegenüber der eigenen Ehefrau“. Auch hier sollen sich die katholischen Frauen für die Bekämpfung des Phänomens einsetzen.
„Verhütungsmittel, Kondome und Abtreibungen machen die Frauen zum Objekt der Manipulierung durch den Mann, der die Würde der Frau nicht respektiert und ihre Rolle als Frau und Mutter nicht achtet“, so der Bischof weiter, „Wir müssen die Menschen über natürliche Verhütungsmethoden aufklären und ihnen das Konzept der verantwortlichen Elternschaft nahe bringen“.
„Mütter mit fünf oder sechs Kindern und einem arbeitslosen Ehemann, sehen sich oft gezwungen mit sexuellen Leistungen gegen Bezahlung das Schulgeld für die eigenen Kinder zu verdienen“, so ein Kongressteilnehmer. Deshalb müsse man durchsetzen, dass der Schulbesuch kostenlos ist. Im Allgemeinen wurde jedoch die derzeit auch unter katholischen Frauen weit verbreitete in der Kultur des Landes übliche Bereitschaft zur Unterordnung. (PA) (Fidesdienst, 09/10/2010)


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