AFRIKA/MOSAMBIK - Maputo: Die Lage ist ruhig, doch es könnte jederzeit zu neuen Demonstrationen kommen

Montag, 6 September 2010

Maputo (Fidesdienst) – „Die Lage ändert sich von Tag zu Tag und es ist schwierig die Entwicklung vorherzusagen“, so ein Beobachter aus Kreisen der Ortskirche in Maputo, der Hauptstadt von Mosambik, wo es in den vergangenen Jahren zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten gab, die sich zu Protesten gegen Preisanstiege im Land versammelt hatten (vgl. Fidesdienst vom 2. und 3. September 2010). Nach jüngsten offiziellen Angaben sollen bei den Unruhen 10 Menschen getötet und 450 verletzt worden sein.
„Derzeit ist die Lage ruhig, doch es wurden für heute oder morgen weitere Proteste angekündigt“, so der Beobachter zum Fidesdienst. „Im Zentrum von Maputo sind die Menschen zur Normalität zurückgekehrt Die Geschäfte sind wieder offen und der Verkehr normal. Doch es sind Sicherheitskräfte in den Stadtrandgebieten und in den ärmeren Stadteilen stationiert, wo die Protestkundgebungen begonnen haben.“
Die Polizei nahm unterdessen 6 Personen fest, die verdächtigt werden, per Kurzmitteilung auf Mobiltelefone zum Protest aufgefordert zu haben. „Es scheint als ob es eine bestimmte Gruppe gibt, die die Demonstrationen organisieren, wobei mit den Mitteilungen auf die Mobiltelefone von der Basis aus gehandelt wurde“, so der Beobachter zum Fidesdienst. „Wir können nicht ausschließen, dass es zu neuen Protesten kommt, denn die Menschen sind enttäuscht von der Regierung und deren Erklärung, dass man die Preise für Brot und Strom wegen der internationalen Wirtschaftslage nicht senken könne, wobei gleichsam die Bürger aufgefordert wurden, mehr zu arbeiten.“
„Unruhen gab es auch in anderen Städten des Landes, vor allem in Chimoio, doch es handelte sich dabei um kleinere Kundgebungen. Am 7. September erinnert sich das Land an die Vereinbarungen von Lusaka und es wird eine offizielle Feier mit dem Staatsoberhaupt geben. Es wird befürchtet, dass es bei diesem Anlass zu Demonstrationen kommen könnte, weshalb viel Polizei anwesend sein wird“, so der Beobachter zum Fidesdienst.
Am 7. September 1974 wurden in Lusaka (Sambia) Vereinbarungen unterzeichnet, die den Unabhängigkeitskrieg Mosambiks gegen Portugal beendeten und der Proklamation des unabhängigen Landes am 25. Juni 1975 den Weg ebneten. Danach brach im Land ein dramatischer Bürgerkrieg aus, der erst 1992 zu Ende ging. Seither machte das Land beachtliche wirtschaftliche Fortschrittet, die jedoch noch nicht ausreichen, um die unter den Bürgern weit verbreitete Armut zu überwinden. (LM) (Fidesdienst, 06/09/2010)


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